Review: EnZo PK 70

Nach dem Böker Cox möchte ich Euch nun ein weiteres Messer vorstellen, welches man selbst bei restriktiver Rechtslage ebenfalls bedenkenlos führen kann:
(English description below.)

EnZo PK 70
Daten (laut Katalog):
Klingenlänge: 70 mm
Klingenstärke: 2,5 mm
Gesamtlänge (offen): 160 mm
Gesamtlänge (geschlossen): 92 mm
Gewicht: 80 g
Klingenstahl:  CPM S30 V
Schliff: Scandi
Verschluss: Slip Joint
Griff: Carbon

Erster Eindruck:
Das PK 70 kommt mit klassischen Understatement daher – dezent – kompakt und unaufdringlich. Vom Design erinnert es an die nordischen Pukko-Messer – nur in einer modernen Version als Klappmesser. Schon beim ersten in-die-Hand- und in-Augenschein-nehmen wird deutlich dass es sich um ein sehr schickes und gut verabeitetes Messer handelt.

Griff:
Die Schalen aus Carbon sind leicht texturiert und dadurch wunderbar griffig. Trotz seiner geringen Größe liegt das PK70 dadurch schön sicher in der Hand. Darüber hinaus fällt die saubere Verarbeitung auf: Der Griff ist sehr sauber gearbeitet, es gibt keine Macken, unsaubere Kanten oder Ritzen, alles ist sauber und sorgfältig gearbeitet. Der Clip des Messers (Tip up) ist zwar nicht umsetzbar, läßt das Messer aber schön tief in der Tasche verschwinden und somit unauffällig und bequem tragen.

 

Klinge:
Mit ihren 7 cm ist die Klinge genau in dem Bereich, den ich als praxistauglich empfinde – nicht zu groß aber auch nicht zu klein. Als Stahl kommt hier der pulvermetallurgische S30V zum Einsatz, der zusammen mit der Klingenstärke von „nur“ 2,5mm aus diesem Messer eigentlich einen kleinen Schneidteufel machen sollte. Allerdings macht sich hier dann doch der Scandi-Schliff bemerkbar. Für robuste Arbeiten ist der Schliff genau richtig – Stöcke schnitze, Fische ausnehmen, Kartonage zerkleinern – geht mit dem Scandi-Schliff wunderbar und die Klinge weist eine überragende Schnitthaltigkeit auf. Für feinere Schneidarbeiten ist der Scandi jedoch nix, da spaltet er eher, als dass er schneidet. Aber das Messer gibts ja glücklicherweise auch mit Flachschliff

Zwei Sachen, die mich zwar nicht groß gestört haben, die ich aber nicht unter den Tisch fallen lassen möchte:
– Im geschlossenen Zustand steht die Klingenwurzel des Messer deutlich hervor. Manche mögen das nicht, andere nehmen es gelassen hin…
– Der Nagelhau ist für meinen Geschmack etwas zu zierlich geraten, bzw. so angebracht, dass das Messer nicht immer schnell und ohne Fummelei geöffnet werden kann.

 

Lock:
Bei dem EnZo PK70 handelt es sich nicht um ein verriegelndes Messer, sondern um ein Slip-Joint, bei dem die Klinge allein durch den Widerstand der Rückenfeder offen gehalten wird. Dieser Widerstand ist genau richtig, so dass das Messer nicht mit übermäßigem Kraftaufwand geöffnet werden muss, die Klinge aber auch nicht beim ersten Anzeichen von Belastung zuklappt. Um das Risisko bei versehentlichen Zuklappen noch weiter zu minimieren, wurde zudem noch eine Zwischenstoppfunktion (bei ca 40°) eingebaut. Der Klingengang selbst ist dank der Bronze-Washer wunderbar weich.

 

Fazit:
Das EnZo PKn 70 ist ein tolles und funktionales Messer, welches mit einem phänomenalem Preis-Leistungs-Verhältnis aufwartet. Was Materialauswahl und Verarbeitung angeht, spielt das Messer in derselben Liga wie z.B. das Fällkniven TK3 oder TK4 – welche aber mehr als das doppelte kosten.
Darüber hinaus ist das Messer in den meisten europäischen Ländern legal zu führen.
Eine klare Kaufempfehlung von mir!

Vielen Dank an Keno von messerforum.net und nordisches-handwerk.de für die Möglichkeit das Messer zu testen!

klzugflofcz

English description:

After presenting the Böker Cox I would like to show you another knife that can be carried legally even under illiberal law.

EnZo PK 70
Specs (according to catalogue):

Blade length: 70 mm
Blade thickness: 2.5 mm
Length (overall): 160 mm
Length (closed): 92 mm
Weight: 80 g
Steel: CPM S30 V
Grind: Scandi
Lock: Slip Joint
Scales: Carbon

First impression:
The PK 70 appears with classic understatement – decent – compact and subtle. By design it remembers to the nordic Pukko-knives – only in a modern folder-version. Even at first sight and taking it into hand it comes clear, that this is a very smart and well manufactured knife.

Handle:
The carbon-scales are light textured and therefore wonderful handy. Thoigh its shortness it offers a save grip. Plus the well-done manufacturing becomes apparent: The handle shows no edges, chinks, cracks or whatsoever. Everything is smooth and plain. The Clip can only be attached tip up, but he allows deep carry options so you can carry the knife comfortable and unobtrusively.

Blade:
With its length of 7 cm the blade is practical – not too small, not to large. It is made of CPM S30V which should lead to impressive cutting-qualities in cooperation with the blade thickness of only 2.5 mm. But it does not because of the scandi-grind. For rugged work the scandi grind is fine: cutting wood or cardboard, gilling fish. But for fine cuts I prefer flat grind. Fortunately the knife is also avilable with flatgrind-blade.

At last two things that did not bother me, but I do not want to let pass without comment:- When the knife is closed the blade root lays free. Some people like it, some don’t.
– The nail-slit is too tiny, respectively it is not really accessible so it is sometimes tricky to open the knife.

Lock:
The EnZo PK 70 is a non locking knife but a slipjoint. That means that the blade is not locked, but it is only retained by the strength of a backspring. The restistance of the backspring fits well and it closes not easily. To minimize the risk of unintentional closing the knife offers a halt in between (nearly 40°). The blade itself opens smooth due to the bronce washers.

Conclusion:
The EnZo PK 70 is an awesome and functional knife with a phenomenal price-performance ratio. According to the used material and workmanship the EnZo is at the same level as Fällkniven TK3 or TK4 but cost only half of them. Plus it can be legally carried in most of european countries even under illiberal laws.

Thanks to Keno from messerforum.net and nordisches-handwerk.de for the opportunity of testing this knife.

SAK-Mod: Bloodwood Spartan

Wie man z.B. bei meinem Spartan Black-Ebony Umbau sehen kann, mag ich den Kontrast von schwarz und rot.
Nur diesmal habe ich genau anderherum gemacht. Schwarzes Fiber bildet die Grundlage für eine Beschalung aus Bloodwood – auch als Satine rubane oder Brosium paraense bekannt. Wie schon beim kleinen Helfer des Weihnachtsmannes zeigt das Holz wieder einen wunderbaren intensiv-roten Glanz und bildet einen schönen Kontrast zu der schwarzen Fiberunterlage.
(English description below.)

English description:

I like the contrast of balck and red, as you can see by my black-ebony-mod.
This time I tried vice-versa. Black fiber is the base for scales made of bloodwood, also known as satine rubane or Brosium paraense. Like you can see on the „santas little-helper“-mod the wood again shows a wonderful deep red colour and shine and contrasts the black fiber well.

Victorinox Vintage Climber

Noch ein kleiner Blick in meine SAK-Gallerie:
(English description below).

Victorinox Climber (Vintage Modell mit langer Nagelfeile statt des Hakens und ohne Schlüsselring). Sehr selten und schwer zu finden.

English desription:

Victorinox Climber, Vintage-Modell with long nail file. Very rare and hard to find.

Review: A&R Sohatiy Leder

Dank der seit dem 1. April 2008 in Deutschland geltenden Rechtslage haben immer mehr kleine festehende Messer den Weg in meine EDC-Rotation gefunden. Das A&R Sohatiy ist jedoch der Grund, warum sich seit geraumer Zeit mein Augenmerk wieder auf ausgewachsene Messer für den Outdooreinsatz richtet.
(English description below.)

Doch schön der Reihe nach, erst einmal die Daten zum Messer:

Gesamtlänge: 332 mm
Klingenlänge: 202 mm
Klingenstärke: 4 mm
Stahl: russischer 95X18 (58 HRC)
Griff: Lederscheiben
Scheide: Leder
Gewicht: 252 Gramm (ohne Scheide)

Erster Eindruck:
Laut Händlerinformation handelt es sich beim Sohatiy um ein Jagdmesser aus russischer Produktion – genauer gesagt aus der Manufaktur „A&R“, welche seit 1999 in Zlatoust einfache, aber zuverlässige Jagd- und Einsatzmesser herstellt. Trotz seiner beeindruckenden Größe ist das Messer beim ersten in-die-Hand-nehmen erstaunlich leicht und führig. Darüber hinaus machen sowohl Messer als auch Scheide einen sehr guten Eindruck, was die Verarbeitung angeht: alles sauber entgratet, keine Spalten, Macken, oder ähnliches. Sehr schön!

Scheide:
Ich habe des öfteren die Erfahrung gemacht, dass die Qualität des Messers oft nicht zur Qualität der dazugehörigen Scheide passt. Stimmt die Qualität des Messers, wurde dafür dann an der Lederscheide gespart. Das ist ärgerlich, weil man so oft genug auf Custom-Lösungen zurückgreifen muss, um das Messer adäquat tragen und nutzen zu können. Hier ist dies erfreulicherweise nicht so, sondern die schwarze Lederscheide kann, was Qualität und Verarbeitung angeht, locker mit dem Messer mithalten. Durch die tiefe Trageweise am Gürtel läßt sich das Messer gut ziehen und auch wieder versorgen. Der Sicherungsriemen mit Beiltaschenverschluss lässt sich auch bequem mit einer Hand öffnen und hält das Messer im geschlossenen Zustand fest an seinem Platz. Die formstabil gearbeitete Scheide führt das Messer sauber und sicher – die Klinge schneidet weder in Leder, Keder noch in die Sicherungsschlaufe. So soll das sein!

Griff/Handlage:
Der Griff des Sohatiy besteht aus gepressten (und wahrscheinlich verklebten – dazu später mehr) Lederscheiben. Durch das Leder greift sich das Messer auch bei niedrigeren Temperaturen angenehm warm und liegt auch bei Nässe sicher und rutschfest in der Hand. Zudem ist er schön voluminös und bietet auch großen Händen ausreichend Platz. Wie schon erwähnt, fällt bei der Handlage des Messers sofort das (in Anbetracht der Größe) niedrige Gewicht auf, welches das Messer sehr führig macht. Das niedrige Gewicht hat seine Ursache in der Konstruktion durch ein im Endstück verschraubten Steckerl. Bislang kannte ich nur Messer mit durchgehender Klinge (Full-Tang-Konstruktion), die zwar deutlich stabiler sind – dafür aber nicht so führig.
Einziges Manko beim Griff: Wahrscheinlich wurden die einzelnen Lederscheiben, die den Griff bilden, großzügig mit einem 2-Komponentenkleber verklebt. Ich weiß nicht, was die einzelnen Kleberkomponenten waren, aber der Griff riecht leider deutlich (penetrant) nach geräuchertem Schinken.

Klinge:
Der namensgebende Elch (Sohatiy ist der volkstümliche russische Begriff) prangt auf der Klinge, die trotz ihrer 20,2cm erstaunlich schlank und elegant anmutet. Als Stahl kommt hier der russische 95X18 zum Einsatz, der wohl auch in der Rüstungsindustrie Verwendung finden soll. Laut Böker Stahltabelle weist der Stahl 0,9-1,1% Kohlenstoff und 17-19% Chrom auf und wurde nach Angaben des Herstellers auf 58HRC gehärtet. Vielleicht liegt dies an den „nur“ 4mm Klingenstärke, dem leichten Hohschliff, den zwei Hohlkehlen oder doppleten Fehlschärfe am Klingenrücken – egal mir gefällt sowohl die Klingenform mit der schön-schlanken Spitze als auch die gute Schneidleistung. Das Sohatiy machte in der Küche wie auch Outdoor eine gute Figur und erledigte alle anfallenden Arbeiten wie z.B. Schinken aufschneiden (in der Küche), als auch den Einsatz gegen allzu üppig wucherndes Gesträuch (draußen in der Natur) mit Bravour. Allein das Spalten von Holz (Batoning) habe ich dem Messer aufgrund der verschraubten Steckerlkonstruktion und der „filigran“ anmutenden Klinge dann doch nicht zumuten wollen.

Fazit:
Das Sohatiy ist ein schmuckes und elegantes Messer mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis – für den harten bis missbräuchlichen Outdooreinsatz (Holz hacken/spalten, hebeln, graben) sollte man sich aber ein anderes Werkzeug suchen. Zum Schluß noch vielen Dank an Pitter von messerforum.net und empire-knives.de für die Gelegenheit das Messer zu testen!

English description:

Because of the german law small fixed knives are true compagnions in my EDC-rotation. But the A&R Sohatiy is the reason why I interest tend back to full-grown-fixed-blade-knives for outdoor-use.

But let’s take one thing at a time – first the specs:

Overall length: 332 mm
Blade length: 202 mm
Blade thickness: 4 mm
Steel: russian 95X18 (58 HRC)
Handle: leather panes
Sheath: leather
Weight: 252 g (knife only)

First impression:
According to distributor information the Sohatiy is a russian hunting knife – precisely from „A&R“-manufacture, which produces simple but sturdy hunting and tactical knives in Zlatoust since 1999.
Though to its impressive size the knive is astonishing light-weight. Furthermore the knive and the sheath make a very good first impression relating to its workmanship: all edges are chipped, no gaps, kinks or what-so-ever. Fine!

Sheath:
I often experienced that the quality of a knife does not relate to the quality of the sheath. If the knife is of good quality, producing costs were reduced by using a poor sheath. This is annoying because you have to make a custom-sheath to wear and use the knife in a appropiate way.
Fortunately here the quality of the knife fits with the quality of the sheath. Through the deep carrying method when the sheath is attached to the belt you can easily draw the knife and put it back. The safety leather strap holds the knife save at its place and is easy to open with one hand. The stable-worked sheath leads the knife clear and save in and out – the blade does not cut into leather nor piping. Well done!

Handle:
The handle consists of pressed (and glued) leather panes. Because of the leather the handle feels comfortable warm even in cold weather and when it is raining the grip is also save and skid resistant. Besides the handle is voluminous and offers enough space even for big hands. As mentioned above the knife is very light-weighed considered to the overall-length. The low weight has its source in the construction of the handle: it is not a full tang but a screwed tang, which reduces the weight but is not as stable as a full-tang-construction.
A little flaw: The leather panes are probably glued with 2k-glue and therefore it really smells penetrantly like bacon.

Blade:
The namesake, the elk (Sohatiy is the russian term for elk) is displayed on the blade which is astonishing elegant and slim though its measures of 20,2 cm overall length. The blade is made of russian 95×18 steel, which is also used in russian armaments industries. Due to the steel list of Böker the steel has 0.9-1.1% carbon and 17-19% chrome and was tempered to 58HRC according to „A&R“. Perhaps it is the blade-thickness of „only“ 4 mm, the two fullers or the double ricasso, but I really like the shape of the blade with its slim point as well as the cutting performance. The Sohatiy did a good job indoors in the kitchen (slicing bacon) as well as outdoors in the forest. I used it for a lot of purposes, but I refrained using it for batoning due to its „filigree“ hadle construction.

Conclusion:
The Sohatiy is a spruce and elegant knife with a good price-performance ratio. But for outdoor abuse such as batoning or to lever you should choose another tool. Thanks to Pitter from messerforum.net and empire-knives.de for the opportunity of testing this knife.

Victorinox Tinker & Classic Gadsden Edition

Passend zum 9. Februar in meiner SAK-Gallerie:

Das Victorinox Tinker und Classic in der Gadsden-Flag-Special-Edition.
(English description below.)

Laut Wikipedia ist „die Gadsden Flag […] eine historische US-amerikanische Flagge, die auf einem gelben Grundfeld eine sich zum Zubeißen aufrichtende Klapperschlange zeigt. Unterhalb des Schlangenabbilds befindet sich der Wahlspruch „DONT TREAD ON ME“ (etwa: „Tritt nicht auf mich“). Die Flagge wurde nach dem US-amerikanischen General und Politiker Christopher Gadsden benannt, der diese auch entworfen hat.“
In den Zeiten des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges diente sie der amerikanischen Kriegsmarine und in Variationen verschiedenen Infanterieregimentern als Hoheitszeichen. Heute wird sie wieder vermehrt als Symbol für Freiheit, Unabhängigkeit und amerikanischen Patriotismus gezeigt.

Victorinox hat die Gadsden-Flag als limitierte Edition zu je 700 Stück aufgelegt.

English description:

It’s  february 9th, so I present:

Victorinox Tinker and Classic in the limited Gadsden-flag-edition.

According to Wikipedia „the Gadsden flag is a historical American flag with a yellow field depicting a rattlesnake coiled and ready to strike. Positioned below the snake are the words „Dont tread on me“. The flag was designed by and is named after American general and statesman Christopher Gadsden.“
In times of the American Revolution it was used by the early Colonial Navy and various snake flag variations were used by infantry regiments. Today it is used as an american symbol of freedom, independence and patriotism.

Victorinox has produced each knife as a limited edition of 700 pieces.

Messer Macher Messer Solingen 2010

Ein Monat Wartezeit zur diesjährigen Messer-Macher-Messe (4. & 5. Mai 2013) im Klingenmuseum Solingen ist vorüber, bleiben also noch drei.

Nach den Eindrücken aus 2009 geht es also weiter mit dem Jahr 2010.
(English desription below.)

Diese Messe habe ich deswegen in besonders guter Erinnerung, weil ich dort Gelegenheit hatte, den Messermacher Henry H. Frank kennenzulernen, welcher einen Einblick in seine Tätigkeit als Messermacher gewährte und  Auskunft über seine Sicht der „Kunst des Messermachens“ gab.

Seine Messer sind schon keine Werkzeuge mehr, sondern Kunstwerke, die in Handarbeit entstehen und bei Sammlern in der ganzen Welt gefragt sind. Seine Inspiration liege dabei in der Herausforderung des Künstlers, immer wieder etwas neues zu erschaffen, dabei aber auch immer seinen Stil beizubehalten, fließend, rund, harmonisch. „Guck Dir mal ne nackte Frau an, da sind auch keine eckigen Formen dran.“ meinte er scherzend. Für ein Messer brauche er ungefähr 2 Monate (je nach Ausführung und Matrial), dafür bekommen der Kunde aber nicht nur ein Messer, sondern einen Teil seines Lebens. Dementsprechend sind dann auch die Preise, die Sammler für seine Messer bereit sind zu zahlen.
Als er eines seiner ersten Messer Anfang der 60er Jahre für 25 $ verkaufen wollte, wurde er gefragt, wofür man denn so ein künstlerisch gefertigtes Messer bräuchte, zumal das Messer ja ziemlich teuer sei. Seine Antwort: „ Man bindet sich auch keinen Schlips um, um den Hals warmzuhalten.“ Ist was wahres dran!
(English desription below.)

English Description:

One month less to wait till annual knife-makers-fair (4th & 5th May 2013) at the Blade-Museum in Solingen.

After the pictures of 2009 we now come to the year 2010.

I will always remember that fair because I had the oppurtinity to meet Mr. Henry H. Frank himself, who refered about his life, experience and craftmansship as a knife maker.

His knives are rather objects of art than pure cutting instruments are are appreciated by collectors all over the world. His inspiration is the challenge to create something new and different as an artist and to maintain his style: round harmonial and floating. „Look at a naked woman, there are no hard shapes at all“ he explained.

It takes nearly two month to build a knife (depending on type and material), but the customers do not get only a knife – they get a piece of his life. This explains the prices of his knives.

As he tried to sell one of his first knives in the 60ties for $25 he was asked what a stylish build knife would be good for. he replied: „You do not wear a tie to keep your neck warm, do you?“ Think about it!

SAK-Mod: 3 x Classic oder drei kleine Racker in neuem Gewand

Ich mag das Modell „Classic„. Es ist zwar klein, passt aber in jede Handtasche oder an den Schlüsselbund und bietet eine praktische Auswahl an Werkzeugen.
(English desription below.)

Hier mal eine kleine Übersicht, wie man das sonst so unscheinbare Taschenmesser optisch enorm aufwerten kann:

Die drei kleinen Racker präsentieren sich einmal im eleganten Dress aus Grenadill und weißem Fiber, mit ausdrucksstarkem Amboina auf rotem Fiber und edlem Korallenpalisander (Dalbergia tucurensis) auf schwarzem Fiber.

English desription:

I like the „Classic„. Yes – it’s tiny, but it seizes easilsy into a handbag or the key ring and offers a practical variety of tools.

Let’s have look how to embellish this mousy pocket-knife:

Three little rascals. One with elegant African Blackwood and white fiber, expressive amboina and red fiber and precious coral-palisander (Dalbergia tucurensis) and black fiber.

Victorinox bündelt die Kräfte und integriert Wenger-Messergeschäft

Die aktuelle Pressemitteilung von Victorinox lautet:

Victorinox bündelt die Kräfte und integriert Wenger-Messergeschäft

Das Schwyzer Familienunternehmen Victorinox hat vor acht Jahren die Traditionsfirma Wenger mit Sitz in Delémont übernommen und diese seither als eigenständige Tochtergesellschaft geführt. Nun wird Victorinox das Messergeschäft von Wenger integrieren. Damit beseitigt sie Doppelspurigkeiten im Produktangebot, reagiert auf die gestiegenen Anforderungen der Märkte und stärkt ihre Stellung im internationalen Wettbewerb. In Delémont werden zukünftig Victorinox-Messer hergestellt und alle Mitarbeitenden weiterhin beschäftigt.

Wer sich ein wenig für Schweizer Taschenmesser und die Firma Victorinox interessierte, wußte vielleicht, dass die Victorinox AG bereits im April 2005 die Firma Wenger aufkaufte. Wenger blieb dabei jedoch als eigenständige Marke erhalten und behielt völlige Unabhängigkeit in Bezug auf Entwicklung, Produktion und Marketing seiner Produkte. Wenger und Victorinox traten daher am Markt nach wie vor als Konkurrenten auf.

Damit ist nun Schluß.

„Viele Konsumenten können die Messerprodukte von Victorinox und Wenger kaum unterscheiden und weltweit wird der Verdrängungskampf immer härter. Darum bündeln wir unsere Kräfte und setzen mit Victorinox auf eine Messermarke“, meint Carl Elsener, CEO von Victorinox.“

[…]

„Peter Hug, CEO von Wenger: „Wir bedauern natürlich, dass wir in Zukunft keine Wenger-Messer mehr herstellen. Die Konzentration der Kräfte wird es der Gruppe ermöglichen, im globalen Konkurrenzkampf zu wachsen, das Produktsortiment zu schärfen und den Standort Delémont langfristig zu festigen. Wir vollziehen diesen Schritt aus einer Position der Stärke heraus.“

Quelle: Pressemitteilung Victorinox

Obwohl ich die harten ökonomischen Realitäten, die hinter diesem Schritt stehen, nachvollziehen kann, finde ich als bekennender Schweizer-Armee-Messer-Begeisteter das Verschwinden der Traditionsmarke Wenger mehr als schade!

Auch wenn ich bei meinem Umbauten die Victorinox-Messer aufgrund ihrer Konstruktionsweise bevorzugt habe, fand ich die Produktpalette von Wenger doch stets sehr ansprechend.

Denn es gelang Wenger in den letzten Jahren mit immer neuen Ideen und Modellen zu überraschen. Dazu zählen insbesondere die Zusammenarbeit mit bekannten Teams und/oder Abenteurern, die zu Messern wie dem Ueli Steck Special Edition Messer, dem Mike Horn Messer oder dem SUI1 Alinghi führten. Daneben glänzte Wenger auch noch mit Innovationen wie der Evo-Grip-Serie, der Titanium-Line, dem mittlerweile vergriffenen Porsche-Design, der Wood-Serie oder der Blackout-Sonderedition. Schade, dass es Wenger nicht gelungen ist, seine Marktposition durch diese Produkte zu stärken.

Umso interessanter wird es sein, zu beobachten, welche Wenger-Features in Zukunft verschwinden oder von Victorinox in „neuen Modellen“ übernomen/genutzt werden. Mit der Hardwood-Serie scheint Victorinox sich ja bereits an die Wenger Evo- Wood Serie angelehnt zu haben.

Man darf gespannt sein! Ich werde die weiteren Entwicklungen jedenfalls im Auge behalten.

Projekt-Update: Helsper Klauenbeil

Nachdem ich letztes Jahr den Kopf eines Helsper-Klauenbeils auf einem Dachboden entdeckte, haben mich viele Vorschläge erreicht, wie man den Beilkopf wiederherrichten könne. Vielen Dank dafür!
(English description below.)

Zur Erinnerung nochmal ein Bild vom Fundzustand:

ansicht-links

Die Vorschläge reichten von den klassischen Mitteln wie Draht-/Messingbürste, Schleifpapier und Öl/WD40/Ballistol bis hin zu sehr kreativen Ideen wie das Einlegen in Zitronensäure, Molke oder Diesel.

Ich habe mich jedoch für die bereits damals von mir favorisierte Entrostung per Elektrolyse entschieden. Für mich war es sowohl die schonenste, gründlichste und simpelste Art der Reinigung. Man legt das zu reinigende Stück einfach nur in die Elektrolyselösung, klemmt den Strom an und übt sich ein wenig in Geduld.

Nachdem das Klauenbeil dem Verjüngungsbad entstiegen ist, präsentiert es sich in neuem-alten Glanz:

Da der Beilkopf aus nicht-rostfreiem C35/C45-Stahl (Cr < 0,40%) gefertigt wurde, habe ich ihn anschließend mit Ballistol behandelt um eine erneute Korrision zu verhindern.

In einem der nächsten Schritte gilt es nun, das Beil neu zu schäften (ein Stiel aus Eschenholz erscheint mir passend) und eine neue Schneide anzubringen.

Ich hoffe, Ihr seid genauso gespannt wie ich, wie sich das Projekt weiterentwickelt.

 

English description:

After I found an old hatchet clearing up an attic last year, I recieved many advices how to derust it. Thanks a lot for the proposals. As a memento you can see a picture of the as-found-state of the hatchet.

The recommendations reached from classic methods like wire bushes, sanding paper and oil/WD40/Ballistol up to creative ideas like pickling it into citric acid, whey or diesel.

I decided to try my favourite method: derusting via elektrolysis. It seemed to be the most protecting, efficient and simple way of cleaning. You just put the hatchet in the elektrolysis-solution, put on power and wait. After the hatchet alightet from the fountain of youth it presented itsself in new-old glamour.

Because the atchet was made of not stainless C35/C45 steel (Cr < 0,40%) I put some Ballistol on it to prevent new corrosion.

Next steps are a new handle (I like ash-wood) and a new convex edge.

I hope you are as curious as me, how the project will develope.

Review: Böker Cox – Jens Ansø Design

Böker CoxWer in Deutschland ein Messer tragen will, hat es nicht leicht. Oft genug wird der Messerträger von seiner Umgebung kritisch beäugt und darf sich entsprechende Kommentare anhören („Wozu hast Du denn ein Messer dabei?“, „Wen willst Du denn damit abstechen?“).
Darüber hinaus schränkt das seit dem 1. April 2008 in Deutschland geltende Waffengesetz das Führen funktionaler Messer zum Teil erheblich ein (vgl. § 42a WaffG).

In diesem und einigen folgenden Reviews möchte ich Messer vorstellen, welche modernes und funktionales Design mit hochwertiger Materialauswahl verbinden und ohne rechtliche Bedenken in Deutschland (oder Ländern mit ähnlich restriktiver Gesetzeslage) geführt werden können.
(English desription below.)

Den Anfang macht das Böker Cox:
Daten (laut Katalog):
Klingenlänge: 67 mm
Klingenstärke: 4 mm
Gesamtlänge (offen): 16,0 cm
Gewicht: 94 g
Klingenstahl: N690
Verschluss: Slip Joint
Griff: G10 & Titan

 

Erster Eindruck:
Als erstes fällt das Messer natürlich durch die Formensprache des dänischen Messermachers und Industriedesigners Jens Ansø ins Auge: eine Wharncliff-Klinge mit rustikalem Stonewash-Finish und gefrästes G10 bilden die Eye-Catcher. Beim ersten in-die-Hand-nehmen fällt auf, wie klein, leicht und handlich das Cox ist– kurzum: perfekt als EDC geeignet.

Klinge:
Wie Anfangs erwähnt, sticht die Klinge mit ihrem modifizierten Wharncliff-Design und dem Stonewash-Finish natürlich sofort ins Auge. Obwohl „nur“ 67 mm lang meistert sie alle EDC-Arbeiten dank der Klingengeometrie ohne Probleme. Ist die Klinge am Klingerücken noch 4mm stark läuft sie dank des ausgeprägten Hohlschliffes in eine feine Schneide aus, die akkurate Arbeiten möglich macht. Als Klingenstahl kommt hier der N690 (1.4528) zum Einsatz, der in seiner Zusammensetzung und seinen Eigenschaften in etwa dem bekannten wie bewährten 440C entspricht. Dank des Stonewash-Finishs der Klinge fallen Gebrauchsspuren und Kratzer auch nach längerem Gebrauch kaum auf.

ganz kleines Manko: Der Nagelhau. Das Messer lässt sich aufgrund des strammen Slip Joints (s.u.) wirklich besser ohne den Nagelhau öffnen, der dadurch überflüssig ist und eher als Schmutzfänger (z.B. beim Schneiden von Lebensmitteln) wirkt.

Griff:
Bei der Konstruktion des Cox wurden moderne Griffmaterialien verwendet. Die hintere massive Titanplatine ist 3mm stark, wärend die vordere gefräste G10-Schale eine Stärke von 4mm aufweist. Die Verwendung dieser modernen Materialien spart einerseits Gewicht, so dass das Messer schön leicht ist, andereseits macht das Messer dadurch auch in Sachen Stabilität eine gute Figur.
Die Griffmulden der vorderen G10-Schale sind genau da wo sie sein sollen, so dass sich das Messer sowohl sicher als auch angenehm greifen lässt. Die hintere Titanplatine weist ebenfalls  ein Stonewash Finish auf und harmoniert optisch wunderbar mit der Klinge. Meine Kollegen im Büro waren darüber etwas verwundert, da das Messer dadurch „unfertig“ aussah, bis ich Ihnen erklärte, dass das ein Designelement ist, was so gehört!  Banausen!
Der umsetzbare Taschenclip (Tip-up/ Tip-down) auf der Rückseite sitzt nicht zu stramm und lässt das Messer schön tief in der Hosentasche verschwinden.

Kleines Manko: Hinten am Griff ist ein kleiner Spalt zwischen Rückenfeder und Platine zu sehen (kaum zu spüren), der aber die Funktion in keinster Weise beeinträchtigt.

Lock:
Das Messer ist als Slip Joint konzipiert – d.h. die Klinge wird nur durch die Kraft einer Rückenfeder offengehalten. In diesem Falle ist „nur“ eine Untertreibung, denn die Feder ist wirklich sehr stramm und hält die Klinge fest und sicher. Apropos sicher: Die Klinge stoppt beim Ein- und Ausklappen noch im 90° Winkel, so dass sich die Gefahr, sich hier in die Finger zu schneiden nochmals verringert.

Fazit:
Durch das Zusammenspiel von Slipjoint und der Klingenlänge von 67 mm läßt sich das Cox bedenklos in Deutschland (oder auch z.B. in Großbritannien oder Dänemark) als EDC führen. Dabei ist es toll verarbeitetes Messer (bis auf die o.g. kleinen Manko) , welches perfekt als EDC geeignet ist und auch durch sein elegantes und stilvolles Design keine Vorbehalte in Gesellschaft auslöst.

Zum Schluß  herzliches DANKE! an die Firma Böker für die Möglichkeit, das Messer testen zu können.

 

English description:

Carrying a knife in Germany is not easy. Often enough peaople are upset when you use a knife and leave corresponding comments as „Why do you have a knive? Who do you want to butcher?“.
In addition carrying certain functional knives is prohibited since April 1st 2998 by law.

In this and some following reviews I want to present knives in modern and functional design with valuable choice of material which can be carried without restriction in germany (or other countries with aquivalent illiberal law).

The first knife is the Böker Cox
Specifications:

Blade length: 67 mm
Blade Thickness: 4 mm
Blade Material: N690
Overall Length: 16 cm
Weight: 94 g
Lock Mechanism: slip joint
Scales: G10 & Titanium

First impression:
First of all the design of dutch knife-maker and industrial designer Jens Ansø is the eye-catcher: A wharncliff-blade with stonewash-finish and grooved G10-scales. Taking it into hand the knive is small, light-weight and handy: perfect as an EDC-knife.

Blade:
As mentioned above the wharncliff-blade with stonewash-finish is a true eye-catcher. Though it is „only“ 67 mm long, the blade masters all EDC-duties due to blade-geometry. At its spine the blade is 4 mm strong but is has a fine cutting edge edge because of the bold hollow-grind. Blade steel is N690, which is aquivalent to the known 440C-steel when it comes to composition and characteristics. Because of the stonewash finish scratches and other weraing-marks are nearly unvisible even after long use.

a little flaw: the nail-slit. The knife provides better opening when not using the nail slit, because of the really strong slip-joint. Therefore ist is unnecessary and only attracts dirt (cutting though food).

Handle:
Modern materials were used constructing the Cox. The backward titanium liner is 3mm strong while the front liner is made of 4mm G10. Using these modern materials lowers the wheight of the knife as it strengthens ist sturdiness.
The grooves in the G10-scales are exactly where they have to be and offer a comfortable and save grip. The titanium liner shows also a stonewash-finish like the blade and fits optically really nice to it.
The clip is removable (tip-up/tip-down) and allows deep carry in your pocket.

a little, little optical flaw: A little slit between backspring and liner can bee seen.

Lock:
The Cox is a slipjoint. That means that the blade is not locked, but it is only retained by the strength of a backspring. In this case „only“ is a understatement, because the spring is really strong and retains the blade safe and secure. Apropos safe and secure: While closing the knife, the blade stops at a degree of 90° which reduces the danger of cutting oneself.

Conclusion:
Because of the 67 mm blade and the slip joint the Cox can be used without regrets in germany or other states with illiberal knife laws (such as in the UK or Denmark , for example). Plus it is perfectly suited as an EDC-knife and convinces me due to its elegant design.

Thanks to the Böker-Company for the opportunity of testing this knife.

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