Review: Spyderco Squeak

Wie HIER und HIER beschrieben, bin ich gerade auf der Suche nach §42a WaffG – konformen Foldern und so kommt nun nach dem Spyderco Pingo das Spyderco Squeak in den Genuß einer näheren Betrachtung:
(English description below.)

 

Daten (laut Katalog):
Gesamtlänge: 128 mm
Klingenlänge: 51 mm (davon scharf:44 mm)
Länge geschlossen: 79 mm
Klingenstärke: 3 mm
Klingenstahl: N690Co
Gewicht: 46 g
Griffmaterial: FRN (fiberglass reinforced nylon)
Verschluss: Slipjoint
Clip: Ja (tip-up, umsetzbar)

 

Erster Eindruck:
Klein, leicht & sozialverträglich waren die ersten Eindrücke, als das Messer aus der verpackung purzelte. Also rundum positiv! Vielleicht ein bißchen klein, ich war aber gespannt, dieses Messer in meine EDC-Rotation einzureihen.

 

Griff:
Die Griffschalen aus leicht texturiertem FRN sorgen dafür, dass das Messer schön leicht daherkommt (nur 46 g!). Durch das kleine „Subhilt-Element“ lag das Messer auch bei meinen recht großen Händen sicher und angenehm in der Hand und erlaubte sicheres wie präzises Arbeiten. Der Drahtclip ist links wie rechts montierbar und läßt das Messer schön tief und dezent in der Hosentasche verschwinden. Gut gefallen hat mir auch, dass die Griffschalen verschraubt sind und sich das Messer bei Bedarf auseinander nehmen läßt.

 

Klinge:
Mit ihrer 44 mm -Schneide liegt das Messer wirklich am untersten Rand dessen, was ich noch als praxistauglich empfinde. Die blattförmige Klingenform an sich bietet mit dem Flachschliff jedoch noch genug praktischen Nutzen, wenn es darum geht im Alltag Verpackungen aller Art zu öffnen oder kleinere Schneidarbeiten durchzuführen. Fürs Brötchenschmieren oder Äpfel halbieren ist das Messer jedoch zu klein.

 

Verschluß:
Es handelt sich hier um ein Slipjoint-Messer, bei dem die Klinge durch den Widerstand der Rückenfeder offen gehalten wird. Im Gegensatz zu so manchem anderen Spyderco ist der Slipjoint bei diesem Messer ordentlich stramm und vertrauenserweckend. Beim Schließen des Messers ist zudem bei etwa 45° nochmal ein half-stop eingebaut – sehr schön!

Fazit:
Das Spyderco Squeak ist ein kleines kompaktes Messer, welches dank Slipoint bedenkenlos in der Öffentlichkeit geführt werden kann. Klare Kaufempfehlung von mir!

English description:

As mentioned HERE and HERE, I am in search of a § 42a WaffG conform folding knife. And after the Spyderco Pingo let’s have a look to the Spyderco Squeak:

Specifications (according to catalogue):
length overall: 5.031 “
blade length: 2 “ (cutting edge: 1.75 „)
length closed: 3.125 “
blade thickness: .125 “
blade steel: N690Co
wheight: 1.6 oz
handle material: FRN (fiberglass reinforced nylon)
locking mechanism: Slipjoint
clip: yes, tip-up, removable

First impression:
Small, light-weight and socially compatible were my first impressions of this knife. So positive all about! Probably a little bit tiny, but I was eager to get this knife in my EDC-rotation.

Handle:
The scales made of textured FRN are the reason for the feather-weight of the knife (only 1.6 oz!). Because of the little subhilt the knife offers good grip even to bigger hands like mine, so you can cut & work safely. The wire clip can be mounted on both sides and allows deep pocket carry. I also like the fact, that this knife can be disassembled if you like to clean it, etc..

Blade:
With its cutting edge of only 1.75″ the blade is at the lowest end of what I think it is practical for use. But the leaf-shaped blade with its practical flat grind offers sufficiant use for EDC applications like opening packages or doing little cutting works. For breakfast or cutting an aplle the blade is defintely too small.

Lock:
Here we have again a slipjoint knife hat  means that the blade is only kept open by the backspring without locking the knife. The backspring is strong enough to prevent closing the knife when working. Plus it offers a half stop function, to enlarge safety.

Conclusion:The Spyderco Squeak is a samll compact knife which can legally carried everywhere.

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Review: Spyderco Pingo

Unsere Nachbarn in Dänemark sind wirklich nicht zu beneiden, was das Führen von Messern in der Öffentlichkeit angeht: Keine Messer mit Einhandöffnung, keine Messer mit Verriegelungsmechanismus und keine Klinge über 7 cm.
(English description below.)

Damit die Dänen nicht zwangsläufig nur auf die bekannten wie beliebten Schweizer Messer zurückgreifen müssen, hat sich Spyderco daran gemacht ein Modell zu entwickeln, was diese speziellen rechtlichen Vorgaben berücksichtigt.

Als Designer für dieses Projekt verpflichtete man die beiden dänischen Messermacher Jesper Voxnaes, der z.B. das Böker Saga-Küchenmesserset konzipierte und Jens Ansø, der u.a. das Spyderco Zulu oder das Böker Cox entwarf.

Rausgekommen ist das Spyderco Pingo, welches ich Euch nun hier vorstellen möchte.

Zuerst einmal die Daten (laut Katalog):
Gesamtlänge: 147 mm
Länge geschlossen: 88 mm
Klingenlänge: 60 mm (davon scharf: 53 mm)
Klingenstärke: 2,8 mm
Griffdicke: 9,3 mm
Klingenstahl: Böhler N690Co
Gewicht: 54 g
Griffschalen: FRN (fiberglass-reinforced-nylon)
Verschluss: Slipjoint
Clip: Ja (tip-up, umsetzbar)

 

Erster Eindruck:
Klein, leicht und mit erkennbaren Ansø-Anleihen waren die ersten Eindrücke, die mich befielen, als ich die Box öffnete. Also rundum positiv! Vielleicht ein bißchen klein, aber ich wußte ja vorher, was mich erwartete.

Klinge:
Wie die Aufschrift auf der Klingenwurzel verrät, wird das Pingo ebenso wie das Squeak in Maniago (Italien) – also von Fox-Knives – gefertigt. Ebenso wie die Modelle aus Taiwan ist die Verarbeitung auf hohem Niveau: Der Anschliff ist gleichmässig und ordentlich, die Klinge perfekt zentriert.
Optisch kommt die Klinge aus Böhler-Uddeholm’s N690Co-Stahl mit einer Art modifizierter (hochgezogener) Schafsfußklinge daher und ist out-of-the-box beeindruckend scharf. Typisch für das Ansø-Design ist auch die pummelige Klingenspitze, die zuvor auch schon in das Design des Spyderco Rock Lobster einfloss.
Bei 6cm Klingenlänge weist das Spyderco Pingo nur eine Schneidenlänge von 5,3 cm auf.  Wie schon oben dargestellt ist dieser Umstand zwar der restriktiven dänischen Gesetzgebung geschuldet – man muß sich aber trotzdem erstmal darauf einstellen.

 

Griff:
Da das Pingo ja nicht übermäßig dimensioniert ist, braucht es auch keinen allzu großen Griff, um die Klinge unterzubringen. Folglich fällt die Ergonomie für große Hände wie meine auch gerade noch zufriedenstellend aus. Es ist eher ein 3-Finger-Messer und ich vermisse die Möglichkeit einen Lanyard anzubringen, der die Ergonomie evtl. verbessern könnte.
Dafür hat das das Pingo einen umsetzbaren Clip, der die von mir favorisierte „deep-carry“-Trageweise erlaubt. Darüber sorgen die Schalen aus robustem FRN für ein angenehm geringes Gewicht des Messers (54g).

 

Verschluß:
Wie schon beim Squeak handelt es sich hier wieder um ein Slipjoint-Messer, bei dem die Klinge durch den Widerstand der Rückenfeder offen gehalten wird. Auch hier ist der Federwiderstand wieder ordentlich stramm und vertrauenserweckend. Außerden wurde bei etwa 45° nochmal ein half-stop eingebaut – der die Sicherheit beim Schließen des Messer erhöht.


 

Fazit:
Wer ein kleines und formschönes Messer sucht, welches ohne rechtliche Probleme mitgeführt werden kann, ist mit dem Pingo sehr gut beraten.
Zudem kann ich es mir aufgrund seiner kompakten Maße und seiner „entschärften“ Klingenspitze auch gut als Kindermesser vorstellen.

English description:

Our danish neighbours have a very restrictive knife-law: no one-hand-opening, no locking knives, no blades longer >7cm.
So the danish people have an alternative to the Swiss Army Knives (SAKs), Spyderco deveolped a knive that cares of the special knife-law in Denmark. Spyderco engaged two danish knive designers: Jesper Voxnaes who designed the Böker Saga kitchen knives and Jens Ansø, who is responsible for the Spyderco Zulu or Böker Cox.

The projects result is the Spyderco Pingo:

Specifications:
length overall: 147 mm
length closed: 88 mm
blade length: 60 mm (cutting edge: 53 mm)
balde thickness: 2,8 mm
handle thickness: 9,3 mm
steel: Böhler N690Co
weight: 54 g
scales: FRN (fiberglass-reinforced-nylon)
lock: Slipjoint
clip: Ja (tip-up, umsetzbar)

First impression:
Compact, leight-weight and with remarkable Ansø-Design – that were my thoughts opening the box. So very positive! Probably a little bit small, but I knew that before.

Blade:
The Pingo – also like the Squeak are produced in Maniago (Italy) by Fox Knives. Like the models made in Taiwan the quality is very high: Grinding and polishing are well done, the blade is centered exactly.
Optically the blade made of Böhler-Uddeholm’s N690Co-steel comes around as a modified (upswept) sheepfoot blade and is very sharp out-of-the-box. Typical for Ansø-Design is the „missing“ point of the blade which was previously shown at the Spyderco Rock Lobster.
The blade lenghth of 6cm and a cutting edge of only 5,3cm causes in the restrictive Laws of Denmark. You have to deal with it.

Handle:
Because the blade has no large measurements, the handle does not have large measurements either. Therefore the ergonomy is at last sufficient. For my big hands the Pingo is a 3-finger-knive and I miss an lanyardhole to attach a lanyard improving the grip. But the Pingo offers a clip which allows „deep-carry“-options. Plus the knive is very lightweight (only 54g) because of the FRN scales.

Lock:
Like the squeak the Pingo is a slipjoint knive – zhat  means that the blade is only kept open by the backspring without locking the knife. The backspring is strong enough to prevent closing the knife when working. To enforce security the Pingo offers an additional half stop.

Conclusion:
Who is in search for a small but well designed knife which allows carrying without problems should choose the Pingo. Plus – according to the compact measurements and the „missing“ blade point – it would be a great knife for children.

Review: EnZo PK 70

Nach dem Böker Cox möchte ich Euch nun ein weiteres Messer vorstellen, welches man selbst bei restriktiver Rechtslage ebenfalls bedenkenlos führen kann:
(English description below.)

EnZo PK 70
Daten (laut Katalog):
Klingenlänge: 70 mm
Klingenstärke: 2,5 mm
Gesamtlänge (offen): 160 mm
Gesamtlänge (geschlossen): 92 mm
Gewicht: 80 g
Klingenstahl:  CPM S30 V
Schliff: Scandi
Verschluss: Slip Joint
Griff: Carbon

Erster Eindruck:
Das PK 70 kommt mit klassischen Understatement daher – dezent – kompakt und unaufdringlich. Vom Design erinnert es an die nordischen Pukko-Messer – nur in einer modernen Version als Klappmesser. Schon beim ersten in-die-Hand- und in-Augenschein-nehmen wird deutlich dass es sich um ein sehr schickes und gut verabeitetes Messer handelt.

Griff:
Die Schalen aus Carbon sind leicht texturiert und dadurch wunderbar griffig. Trotz seiner geringen Größe liegt das PK70 dadurch schön sicher in der Hand. Darüber hinaus fällt die saubere Verarbeitung auf: Der Griff ist sehr sauber gearbeitet, es gibt keine Macken, unsaubere Kanten oder Ritzen, alles ist sauber und sorgfältig gearbeitet. Der Clip des Messers (Tip up) ist zwar nicht umsetzbar, läßt das Messer aber schön tief in der Tasche verschwinden und somit unauffällig und bequem tragen.

 

Klinge:
Mit ihren 7 cm ist die Klinge genau in dem Bereich, den ich als praxistauglich empfinde – nicht zu groß aber auch nicht zu klein. Als Stahl kommt hier der pulvermetallurgische S30V zum Einsatz, der zusammen mit der Klingenstärke von „nur“ 2,5mm aus diesem Messer eigentlich einen kleinen Schneidteufel machen sollte. Allerdings macht sich hier dann doch der Scandi-Schliff bemerkbar. Für robuste Arbeiten ist der Schliff genau richtig – Stöcke schnitze, Fische ausnehmen, Kartonage zerkleinern – geht mit dem Scandi-Schliff wunderbar und die Klinge weist eine überragende Schnitthaltigkeit auf. Für feinere Schneidarbeiten ist der Scandi jedoch nix, da spaltet er eher, als dass er schneidet. Aber das Messer gibts ja glücklicherweise auch mit Flachschliff

Zwei Sachen, die mich zwar nicht groß gestört haben, die ich aber nicht unter den Tisch fallen lassen möchte:
– Im geschlossenen Zustand steht die Klingenwurzel des Messer deutlich hervor. Manche mögen das nicht, andere nehmen es gelassen hin…
– Der Nagelhau ist für meinen Geschmack etwas zu zierlich geraten, bzw. so angebracht, dass das Messer nicht immer schnell und ohne Fummelei geöffnet werden kann.

 

Lock:
Bei dem EnZo PK70 handelt es sich nicht um ein verriegelndes Messer, sondern um ein Slip-Joint, bei dem die Klinge allein durch den Widerstand der Rückenfeder offen gehalten wird. Dieser Widerstand ist genau richtig, so dass das Messer nicht mit übermäßigem Kraftaufwand geöffnet werden muss, die Klinge aber auch nicht beim ersten Anzeichen von Belastung zuklappt. Um das Risisko bei versehentlichen Zuklappen noch weiter zu minimieren, wurde zudem noch eine Zwischenstoppfunktion (bei ca 40°) eingebaut. Der Klingengang selbst ist dank der Bronze-Washer wunderbar weich.

 

Fazit:
Das EnZo PKn 70 ist ein tolles und funktionales Messer, welches mit einem phänomenalem Preis-Leistungs-Verhältnis aufwartet. Was Materialauswahl und Verarbeitung angeht, spielt das Messer in derselben Liga wie z.B. das Fällkniven TK3 oder TK4 – welche aber mehr als das doppelte kosten.
Darüber hinaus ist das Messer in den meisten europäischen Ländern legal zu führen.
Eine klare Kaufempfehlung von mir!

Vielen Dank an Keno von messerforum.net und nordisches-handwerk.de für die Möglichkeit das Messer zu testen!

klzugflofcz

English description:

After presenting the Böker Cox I would like to show you another knife that can be carried legally even under illiberal law.

EnZo PK 70
Specs (according to catalogue):

Blade length: 70 mm
Blade thickness: 2.5 mm
Length (overall): 160 mm
Length (closed): 92 mm
Weight: 80 g
Steel: CPM S30 V
Grind: Scandi
Lock: Slip Joint
Scales: Carbon

First impression:
The PK 70 appears with classic understatement – decent – compact and subtle. By design it remembers to the nordic Pukko-knives – only in a modern folder-version. Even at first sight and taking it into hand it comes clear, that this is a very smart and well manufactured knife.

Handle:
The carbon-scales are light textured and therefore wonderful handy. Thoigh its shortness it offers a save grip. Plus the well-done manufacturing becomes apparent: The handle shows no edges, chinks, cracks or whatsoever. Everything is smooth and plain. The Clip can only be attached tip up, but he allows deep carry options so you can carry the knife comfortable and unobtrusively.

Blade:
With its length of 7 cm the blade is practical – not too small, not to large. It is made of CPM S30V which should lead to impressive cutting-qualities in cooperation with the blade thickness of only 2.5 mm. But it does not because of the scandi-grind. For rugged work the scandi grind is fine: cutting wood or cardboard, gilling fish. But for fine cuts I prefer flat grind. Fortunately the knife is also avilable with flatgrind-blade.

At last two things that did not bother me, but I do not want to let pass without comment:- When the knife is closed the blade root lays free. Some people like it, some don’t.
– The nail-slit is too tiny, respectively it is not really accessible so it is sometimes tricky to open the knife.

Lock:
The EnZo PK 70 is a non locking knife but a slipjoint. That means that the blade is not locked, but it is only retained by the strength of a backspring. The restistance of the backspring fits well and it closes not easily. To minimize the risk of unintentional closing the knife offers a halt in between (nearly 40°). The blade itself opens smooth due to the bronce washers.

Conclusion:
The EnZo PK 70 is an awesome and functional knife with a phenomenal price-performance ratio. According to the used material and workmanship the EnZo is at the same level as Fällkniven TK3 or TK4 but cost only half of them. Plus it can be legally carried in most of european countries even under illiberal laws.

Thanks to Keno from messerforum.net and nordisches-handwerk.de for the opportunity of testing this knife.

Review: Böker Cox – Jens Ansø Design

Böker CoxWer in Deutschland ein Messer tragen will, hat es nicht leicht. Oft genug wird der Messerträger von seiner Umgebung kritisch beäugt und darf sich entsprechende Kommentare anhören („Wozu hast Du denn ein Messer dabei?“, „Wen willst Du denn damit abstechen?“).
Darüber hinaus schränkt das seit dem 1. April 2008 in Deutschland geltende Waffengesetz das Führen funktionaler Messer zum Teil erheblich ein (vgl. § 42a WaffG).

In diesem und einigen folgenden Reviews möchte ich Messer vorstellen, welche modernes und funktionales Design mit hochwertiger Materialauswahl verbinden und ohne rechtliche Bedenken in Deutschland (oder Ländern mit ähnlich restriktiver Gesetzeslage) geführt werden können.
(English desription below.)

Den Anfang macht das Böker Cox:
Daten (laut Katalog):
Klingenlänge: 67 mm
Klingenstärke: 4 mm
Gesamtlänge (offen): 16,0 cm
Gewicht: 94 g
Klingenstahl: N690
Verschluss: Slip Joint
Griff: G10 & Titan

 

Erster Eindruck:
Als erstes fällt das Messer natürlich durch die Formensprache des dänischen Messermachers und Industriedesigners Jens Ansø ins Auge: eine Wharncliff-Klinge mit rustikalem Stonewash-Finish und gefrästes G10 bilden die Eye-Catcher. Beim ersten in-die-Hand-nehmen fällt auf, wie klein, leicht und handlich das Cox ist– kurzum: perfekt als EDC geeignet.

Klinge:
Wie Anfangs erwähnt, sticht die Klinge mit ihrem modifizierten Wharncliff-Design und dem Stonewash-Finish natürlich sofort ins Auge. Obwohl „nur“ 67 mm lang meistert sie alle EDC-Arbeiten dank der Klingengeometrie ohne Probleme. Ist die Klinge am Klingerücken noch 4mm stark läuft sie dank des ausgeprägten Hohlschliffes in eine feine Schneide aus, die akkurate Arbeiten möglich macht. Als Klingenstahl kommt hier der N690 (1.4528) zum Einsatz, der in seiner Zusammensetzung und seinen Eigenschaften in etwa dem bekannten wie bewährten 440C entspricht. Dank des Stonewash-Finishs der Klinge fallen Gebrauchsspuren und Kratzer auch nach längerem Gebrauch kaum auf.

ganz kleines Manko: Der Nagelhau. Das Messer lässt sich aufgrund des strammen Slip Joints (s.u.) wirklich besser ohne den Nagelhau öffnen, der dadurch überflüssig ist und eher als Schmutzfänger (z.B. beim Schneiden von Lebensmitteln) wirkt.

Griff:
Bei der Konstruktion des Cox wurden moderne Griffmaterialien verwendet. Die hintere massive Titanplatine ist 3mm stark, wärend die vordere gefräste G10-Schale eine Stärke von 4mm aufweist. Die Verwendung dieser modernen Materialien spart einerseits Gewicht, so dass das Messer schön leicht ist, andereseits macht das Messer dadurch auch in Sachen Stabilität eine gute Figur.
Die Griffmulden der vorderen G10-Schale sind genau da wo sie sein sollen, so dass sich das Messer sowohl sicher als auch angenehm greifen lässt. Die hintere Titanplatine weist ebenfalls  ein Stonewash Finish auf und harmoniert optisch wunderbar mit der Klinge. Meine Kollegen im Büro waren darüber etwas verwundert, da das Messer dadurch „unfertig“ aussah, bis ich Ihnen erklärte, dass das ein Designelement ist, was so gehört!  Banausen!
Der umsetzbare Taschenclip (Tip-up/ Tip-down) auf der Rückseite sitzt nicht zu stramm und lässt das Messer schön tief in der Hosentasche verschwinden.

Kleines Manko: Hinten am Griff ist ein kleiner Spalt zwischen Rückenfeder und Platine zu sehen (kaum zu spüren), der aber die Funktion in keinster Weise beeinträchtigt.

Lock:
Das Messer ist als Slip Joint konzipiert – d.h. die Klinge wird nur durch die Kraft einer Rückenfeder offengehalten. In diesem Falle ist „nur“ eine Untertreibung, denn die Feder ist wirklich sehr stramm und hält die Klinge fest und sicher. Apropos sicher: Die Klinge stoppt beim Ein- und Ausklappen noch im 90° Winkel, so dass sich die Gefahr, sich hier in die Finger zu schneiden nochmals verringert.

Fazit:
Durch das Zusammenspiel von Slipjoint und der Klingenlänge von 67 mm läßt sich das Cox bedenklos in Deutschland (oder auch z.B. in Großbritannien oder Dänemark) als EDC führen. Dabei ist es toll verarbeitetes Messer (bis auf die o.g. kleinen Manko) , welches perfekt als EDC geeignet ist und auch durch sein elegantes und stilvolles Design keine Vorbehalte in Gesellschaft auslöst.

Zum Schluß  herzliches DANKE! an die Firma Böker für die Möglichkeit, das Messer testen zu können.

 

English description:

Carrying a knife in Germany is not easy. Often enough peaople are upset when you use a knife and leave corresponding comments as „Why do you have a knive? Who do you want to butcher?“.
In addition carrying certain functional knives is prohibited since April 1st 2998 by law.

In this and some following reviews I want to present knives in modern and functional design with valuable choice of material which can be carried without restriction in germany (or other countries with aquivalent illiberal law).

The first knife is the Böker Cox
Specifications:

Blade length: 67 mm
Blade Thickness: 4 mm
Blade Material: N690
Overall Length: 16 cm
Weight: 94 g
Lock Mechanism: slip joint
Scales: G10 & Titanium

First impression:
First of all the design of dutch knife-maker and industrial designer Jens Ansø is the eye-catcher: A wharncliff-blade with stonewash-finish and grooved G10-scales. Taking it into hand the knive is small, light-weight and handy: perfect as an EDC-knife.

Blade:
As mentioned above the wharncliff-blade with stonewash-finish is a true eye-catcher. Though it is „only“ 67 mm long, the blade masters all EDC-duties due to blade-geometry. At its spine the blade is 4 mm strong but is has a fine cutting edge edge because of the bold hollow-grind. Blade steel is N690, which is aquivalent to the known 440C-steel when it comes to composition and characteristics. Because of the stonewash finish scratches and other weraing-marks are nearly unvisible even after long use.

a little flaw: the nail-slit. The knife provides better opening when not using the nail slit, because of the really strong slip-joint. Therefore ist is unnecessary and only attracts dirt (cutting though food).

Handle:
Modern materials were used constructing the Cox. The backward titanium liner is 3mm strong while the front liner is made of 4mm G10. Using these modern materials lowers the wheight of the knife as it strengthens ist sturdiness.
The grooves in the G10-scales are exactly where they have to be and offer a comfortable and save grip. The titanium liner shows also a stonewash-finish like the blade and fits optically really nice to it.
The clip is removable (tip-up/tip-down) and allows deep carry in your pocket.

a little, little optical flaw: A little slit between backspring and liner can bee seen.

Lock:
The Cox is a slipjoint. That means that the blade is not locked, but it is only retained by the strength of a backspring. In this case „only“ is a understatement, because the spring is really strong and retains the blade safe and secure. Apropos safe and secure: While closing the knife, the blade stops at a degree of 90° which reduces the danger of cutting oneself.

Conclusion:
Because of the 67 mm blade and the slip joint the Cox can be used without regrets in germany or other states with illiberal knife laws (such as in the UK or Denmark , for example). Plus it is perfectly suited as an EDC-knife and convinces me due to its elegant design.

Thanks to the Böker-Company for the opportunity of testing this knife.

Review: G.Sakai Fieldman Trekking Tool

Auch wenn ich manchmal neugierig auf Messer aus der „Tactical-Fraktion“ bin, tendiere ich im Alltag doch eher zu sog. „Gentlemanknives“, also kleine aber feine Messer, die man schön zum Anzug oder im Büro tragen kann. Unter anderem war dies einer meiner Beweggründe, Schweizer Taschenmessern neue Griffschalen zu spendieren.

Doch wie so oft lohnt sich auch ein Blick über den Tellerrand und durch Zufall stieß ich schon vor einiger Zeit auf das Fieldman Trekking Tool von G. Sakai, welches in mein Beuteschema passte und ich Euch hier vorstellen möchte:
(English description below.)

Zuerst einmal die technischen Spezifikationen:

Klingenlänge große Klinge: 7 cm
Gesamtlänge (offen): 16 cm
Gewicht: 60 g
Klingenstahl: ZDP-189
Griffschalen: Holz (Cordia)
Verschluss: Slipjoint
Werkzeuge:
-Grosse Klinge
– Kleine Klinge
– Philips-Schraubendreher
– Dosenöffner
– Kapselheber mit
– Schraubendreher und
– Drahtabisolierer
– Stech-Bohrahle

Erster Eindruck:
Ein Schweizer Messer! Nur dass es aus Japan kommt. Genauer gesagt von G. Sakai, dem renommierten Messermacher, der schon Messer für Gerber, AlMar, Spyderco und andere hergestellt hat, bzw. immer noch herstellt. Scheint so, als ob sich G. Sakai bei diesem Messer eng am Tinker oder dem Classic 11 orientiert hat. Ob man das jetzt gut oder schlecht bewertet, sei jedem selbst überlassen.

Das G.Sakai Fieldman Trekking Tool (oben) im Vergleich mit einem Spartan (unten)

Griff:
Als erstes fallen die toll gemaserten Griffschalen aus Cordiaholz auf, die das Messer zu einem echten Blickfang machen und ein Grund waren, mir dieses Messer zuzulegen. Sie sind nicht lackiert, sondern nur leicht geölt und poliert und sorgen für eine angenehme Griffigkeit.

Erst auf den zweiten Blick fällt mir auf, dass die Griffschalen nicht passgenau auf den Platinen sitzen, sondern minimalst über diese hinausragen. Ist zwar nur ein kleiner optischer Mangel, der die Funktion oder Haptik in keinster Weise beeinträchtigt, wäre aber imho bei der Fertigung mit ein bisschen mehr Sorgfalt zu vermeiden gewesen.

Klingen/Werkzeuge:
Der zweite Grund, warum ich mich für dieses Messer entschied, waren die Klingen aus ZDP-189-Stahl. Da die Werbung vom „Porsche unter den Messerstählen“ (3% Kohlenstoff und die 20% Chrom) spricht, wollte ich mir mal ein eigenes Bild machen.

Hauptklinge: Im Gegensatz zum Victorinox hat die Hauptklinge eine weniger hochgezogene Spitze, sondern tendiert eher zur Sheepfoot-Form. „Out-of-the-box“  war das Messer rasierscharf und die Haare flogen nur so.

Kleine Klinge: Ebenfalls rasierscharf, allerdings ist die Klingenspitze ein wenig verschliffen, so dass es eher eine Klingen“runde“ ist.

Da das Messer ein kombiniertes Weihnachts-/Geburtstagsgeschenk war, kam es kurz vorm Weihnachtsfest und hatte dann auch gleich Festtagseinsätze in Serie: Weihnachten, Silvester, mein Geburtstag, Mutters Geburtstag und noch EDC nebenher. Das bedeutete also Geschenke und Verpackungen (Karton, Papier, Schnüre & Bändsel) öffnen und anschließend mülleimergerecht zerkleinern, diverse Auftritte an den Festbuffets (Grillgut, Brötchen, Wurst, Käse, Tomaten, Gurken, etc.). Neben den Blicken, die dieses Messerchen auf sich zog („Schon wieder ein neues Messer?“ „Echt, aus Japan?“ „Das ist aber schick.“), verursachte es auch große Augen, wenn der obligatorische Rasiertest am Unterarm (mittlerweile kahl) erfolgte („Das ist aber scharf!“).
Wie man erkennen kann, habe ich das Messer trotz der Bezeichnung „Trekking Tool“ nicht für schwere Brech-, Hack und Schneidarbeiten missbraucht, sondern ihm das zugemutet, wofür ich normalerweise auch mein Schweizer Taschenmesser gebrauchen würde.

Und ich bin vom ZDP-189-Stahl sehr angetan! Auch wenn die oben beschriebenen Tätigkeiten jetzt nicht eine High-End-Belastung darstellen mögen, sind sie IMHO doch SAK-adäquat und die Klinge zeigt keinerlei Anzeichen nachlassender Schärfe, sondern rasiert immer noch wie am ersten Tag.
Daumen hoch dafür!!!

Die übrigen Werkzeuge entsprechen der Standardausstattung eines Tinker (allerdings mit „Wenger“-Stil-Büchsenöffner). Statt des Philips-Schraubendrehers hätte ich mir bei diesem Messer den klassischen Korkenzieher (wie beim Spartan) gewünscht; er mag einfach besser zu einem Gentlemanmesser passen.

Lock:
Klassischer Slipjoint wie beim Schweizer Pendant.

Fazit:
Die kleineren „Mängel“ wie die nicht 100% passgenauen Griffschalen oder die nicht sauber definierte Klingespitze der kleinen Klinge entsprechen zwar nicht dem schweizer Vorbild in Sachen Präzision, ansonsten gefällt mir der „Schweizer“ aus Japan aber ausnehmend gut: edle Optik dank Holzbeschalung, gute und zuverlässige Werzeuge für den Alltag, dazu noch eine hohe Sozialverträglichkeit und -akzeptanz. Perfekt!

Wer also – wie ich damals – noch ein passendes Weihnachtsgeschenk sucht (ist ja bald wieder soweit), kann hier bedenkenlos zugreifen!
Vielen Dank fürs schauen!

English description:

Even if I am sometimes curious about so called „tactical“ knives, in my daily routine I prefer „gentlemanknives“, so small but fine knives, fitting to suit or at office. Among other things this was one of the reasons I started modding SAKs.

Often enough it’s rewarding to think outside the box and by chance I found the Fieldman Trekking Tool of G. Sakai, matching my taste.

Specifications:
O/A Length: 16 cm (6.29″)
Blade Length: 7 cm (2.75″)
Steel: ZDP-189
Scales: Cordia Wood
Sheath: leather sheath
Weight w/o Sheath: 60 g (2.12 oz)
Lock: slipjoint
Tools:
– large blade
– small blade
– Philips screwdriver
– can opener
– bottle opener with
– screwdriver and
– wire stripper
– reamer

First impression:

A Swiss Army Knife (SAK)! From Japan! More precisely from G. Sakai, the famous knifemaker, who already produced for Gerber, AlMar, Spyderco and others. Obviously G. Sakai was inspired by Tinker or Wenger 11. It’s your choice to evaluate this inspiration.

Scales:

The wonderful scales made of Codia-Wood are an eyecatcher and one of the reasons I bought this knife. They are not laquered, but oiled are very handy.

On second look it appears that the scales are not exactly fitting the liners. It’s just optical, but I prefer perfect fitting scales.

Blades/Tools:

The second reason for buying this knife were the blades made of ZDP-189 which is advertised as the „Porsche“ of steels (3% carbon and 20% chrome). I decided to have a look for myself.

Large Blade: In contrast to SAK-knives the shape of the blade tends more to „sheepfoot“. Out-of-the-box the blade was razor-sharp!

Small blade:  Razor-sharp too, but the point was a little bit slurred.

Because the knife was a combined christmas/birthday present for me, it had to pass usage in series: Christmas, New Year’s Eve, my birthday, my mothers birthday and also  EDC. That meant: Opening and cutting packages and presents (paper, pasteboard, cord), several perfomances at several buffets (grillables, susages, cheese, steak, vegetables, etc.). The additional mandatory shaving of the forearm (meanwhile completely hairless) caused many astonishments.

As you can see I did not abuse the knive for hard working prcedures like to lever or batoning, beside of the name „trekking tool“. I used it for the same actions I would use my SAK.

And I am very impressed by the ZDP-189-steel. Even if the decribed actions are no high-level-strain, they are imho SAK-adequate and both blades show no sign of reduced sharpness, but shave like the first day!*thumbsup*

The other tools correspond the standard-tools of a Tinker (but with a can-opener in „Wenger“-style). Instead of the Philips screwdriver a would have prefered a corksrew. It would have been a better match for a gentleman-knife.

Lock:

Classic Slipjoint like the SAKs.

Conclusion:

Besides of the not exact fitting scales and the slurred point of the small blade, I really like this japanese SAK: noble appearance by wooden scales, good and trusty tools/blades for EDC, plus high social acceptance. Perfect!

If somebody is looking for an Christmas present for himself or a friend (christmas is coming soon!) this knife is a clear recommendation.

Thanks for looking!

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