Spyderco Mule MT18P

Auf der Suche nach einem Outdoormesser, welches eine Alternative zu meinem geliebten Fällkniven F1 darstellen soll, bin ich auf das neueste Mule von Spyderco aufmerksam geworden, das

Spyderco Mule MT18P in CPM-S110V.

Die Spyderco-Mule-Serie ist ein Projekt, welches in regelmäßigen Abständen den Rohling eines feststehenden Messers mit jeweils unterschiedlichen (und oft exotischen) Stählen herausbringt.

Auf diese Weise können sowohl Messerbegeisterte wie auch Spyderco selbst testen, ob und wie sich ein bestimmter Stahl für Messerklingen (und für die Serienproduktion) eignet.

Das MT18 ist nun das achtzehnte Messer dieser Reihe und wurde diesmal mit CPM-S110V Stahl von Crucible Industries of Solvay (New York, U.S.A.) aufgelegt.

Dieser pulvermetallurgische Stahl weist einen Vanadium-Anteil von 9% und einen Niob-Anteil von 3% auf, welches ihn als einen martensisch-rostfreien Werkzeugstahl klassifiziert. Aufgrund des Herstellungsprozesses verfügt dieser Stahl über eine gleichmäßige Verteilung der Karbide, was zu einer überragenden Zähigkeit und Härte bei gleichzeitiger Rostunempfindlichkeit führen soll.

Da das Mule – wie den Bildern zu entnehmen ist – zwar geschärft, aber ohne Griffschalen und Scheide geliefert wird, nutze ich die Gelegenheit, dieses Messer nach den eigenen Vorstellungen fertigzustellen.

Ich hoffe, Ihr seid ebenso gespannt wie ich, wie es weitergeht!

w w w . c h r i s c u s t o m w o r k s . c o m

English description:

Still seraching for an outdoor-knife, which is an alternative to my beloved Fällkniven F1, I found this knife by chance, the

Spyderco Mule MT18P in CPM-S110V.

The Spyderco-Mule-Series is a project, which relelases a fixed knife blade from time to time, but each time with a different (often exotic) blade steel.

So knife nuts and Spyderco have the opprtunity to test if this steel is usable as a knife (and for serial-production).

The MT18 is the 18th knife of this series and was released with CPM-S110V steel by  Crucible Industries of Solvay (New York, U.S.A.).

What differentiates CPM S110V from other blade steels is its volume of vanadium-rich (9.0%) and niobium-rich (3.0%) alloys which classify it as a martensitic stainless tool steel. Crucible’s powdered metal process creates uniform carbide distribution of the steel’s components throughout the blade for superior wear resistance, toughness and corrosion protection.

Because this Mule comes with a skeletonized handle without scales or a carry sheath, I now will use the opportunity and finish this knife according to my ideas.

I hope you are as curious as I am about the outcome.

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Review: Oberland Arms Black Sepp

Nach dem Benchmade 810 und dem Spyderco Para Military 2 wird die Serie über taktische Messer fortgesetzt und zwar mit dem:

Oberland Arms Black Sepp

(English description below.)

Zuerst einmal die Daten (laut Hersteller):
Gesamtlänge: 225 mm
Klingenlänge: 105 mm (davon 95 mm scharf)
Klingenstärke: 4,8 mm
Klingenhöhe: bis max. 37mm
Gewicht (ohne Scheide): 250 g
Stahl: D2 (58-59 HRC) mit schwarzer PVD-Beschichtung
Schliff: Flachschliff
Griffmaterial: konturierte G10 Schalen (+ Spacer)
Griffstärke (ohne Spacer): 20,0 mm
Griffstärke (mit Spacer): 22,3 mm
Scheide: Nylon

 

Erster Eindruck:
Schwarz, stabil, stark sind die ersten Assoziationen, die mir bei diesem Messer in den Sinn kommen. Design, Konstruktion und Haptik gefallen mir sofort sehr gut. Das Oberland Arms Black Sepp könnte sich als ernsthafte Alternative zu meinem geliebten Fällkniven F1 entpuppen.

Kommen wir nun zu den Details:

Griff/Handlage:
Der Griff des Messers mit seinen konturierten G10-Schalen bietet auch für meine großen Hände (Handschuhgröße 10+) ausreichend Platz fasst sich durch seine voluminöse Art einfach gut und sicher an. Falls einem das Griffvolumen zu mickrig ist, könnte man noch die Griffschalen (dank Sechskantverschraubung) entfernen und das Griffvolumen durch die mitgelieferten Plastikspacer erweitern. Ich habe aber darauf verzichtet. Die Fräsungen der G10-Schalen sind genau da wo sie sein sollen und die Griffschalen selbst sitzen sauber und spaltenfrei auf dem Fulltang-Griff. Die Riffelung der Daumenrampe sowie des Griffendes sind sauber entgratet und erlauben es Daumen, sich bei Druckschnitten oder im Reverse-Grip bequem abzustützen.

Das einzige, was mir bei längerem Gebrauch auffällt ist das mit 250 Gramm recht hohe Gewicht des Messers. Zum Vergleich: Das Fällkniven F1 bringt bei ähnlichen Abmessungen rund 100 Gramm weniger auf die Waage. Beim Oberland Arms Black Sepp macht sich hier wohl die Fulltang-Bauweise bemerkbar. Hätte ich die Griffschalen wie oben beschrieben abmontiert, hätte ich wohl gesehen, dass der Fulltang-Griff ohne Skelettierung zwecks Gewichtseinsparung auskommt und für das satte Gewicht verantwortlich ist.

Klinge:
Mit ihrer Länge von 105 mm (davon 95 mm scharf) und einer Klingenhöhe von max. 37 mm eröffnet die Klinge des Oberland Arms Black Sepp ein breites wie praktikables Einsatzfeld bei Outdooraktivtäten – zumal sie nicht unter das Führungsverbot des § 42a WaffG fällt. Durch den Flachschliff und die gelungene Klingegeometrie sind die Schneideigenschaften des Messers – trotz der stabilen 4,8 mm Klingenstärke – sehr gut. Ein Grund dafür ist sicher auch der verwendete Stahl. Ich halte D2 generell für eine gute Wahl für stabile Outdoormesser und erwartungsgemäß wurde ich auch hier nicht enttäuscht. Der D2 hielt die Schärfe über den gesamten Testzeitraum sehr gut und die oft monierte Rostanfälligkeit spielte Dank der schwarzen PVD-Beschichtung überhaupt keine Rolle. Die Beschichtung hat sich zudem als recht robust erwiesen.

Scheide:
Das Oberland Arms Black Sepp kommt mit einer Nylonscheide daher. Diese kann entweder am Gürtel getragen oder durch das Molle-kompatible Befestigungssystem auch an diversen Ausrüstungsgegenständen (Taschen, Rucksack, Weste, o.ä.) befestigt werden. Die Gürtelschlaufe kann geöffnet werden und ist mit Klett und zwei Druckknöpfen gesichert so dass man nicht zwingend den Gürtel öffnen muß, um das die Scheide abzulegen (das habe ich bei anderen taktischen Outdoormessern auch schon anders erlebt). An der Vorderseite befindet sich eine Zubehörtasche für ein ein Multitool o.Ä. Der Verschluss ist verstellbar.
Gut – ordentlich auftragen tut die Scheide zwar schon, aber für den erdachten Einsatzzweck kann sich das Ding sehen lassen.

Fazit:
Ich bin durchaus angetan. Das Oberland Arms hat mich von seinen Qualitäten als robustes Messer überzeugt. Einziges Manko ist lediglich das recht hohe Gewicht des Messers, welches bei längeren Arbeiten schnell zur Ermüdung der Hand führt.

Zum Schluß noch ein Gruppenfoto mit einem kleinen Ausblick, was Euch demnächst in der taktischen Messer Reihe präsentiert wird.

English description:

Specifications:
Length overall: 225 mm
Blade length: 105 mm (95 mmcutting edge)
Blade thickness: 4,8 mm
Blade heigth: max. 37mm
Weight (knife only): 250 g
Steel: D2 (58-59 HRC) with black PVD-Coating
Grind: flatgrind
Handle-material:  G10 scales (+ Spacer)
Handle thickness (without Spacer): 20,0 mm
Handle thickness (with Spacer): 22,3 mm
Sheath: Nylon

First impression:
Black, stable and strong are my first assiciations to this knife. I really like design, construction and haptic. I guess the Oberland Arms Black Sepp is a really alternative to my beloved Fällkniven F1.

Handle/Grip:
The handle with its shaped G10-scales offers sufficiant space for even larger hands like mine (glove-size: 10+). You can even enlrage its thickness by using the spacers. The conturs of the G10 are exactly where they had to be, to ensure a good and save grip and the scales themself show no chinks but fit exactly to the fulltang-construction of the knife. The cannelure of the thump-ramp and the pommel allow the thump an easy rest while cutting or using the knife in reverse grip.

The only thing I have to mention is the weight of the knive. While long term activities it gets clear that the wight of the knife with its 250 gramms is really a bit high. The Fällkniven for example weights 100 gramms less by nearly the same measures. I guess its the full tang construction which I mentioned above. If I had demounted the G10-sacles I had seen that the fulltang construction has been made without skeletizing the handle for a lower weight.

Blade:
With its lentgh of 105 mm (cutting edge: 95 mm) and its heigth up to max. 37 mm the blade of the Oberland Arms Black Sepp offers a wide field of application for outdoor-use. Plus – carrying this knife is not prohibited by § 42a WaffG. The cutting performance is well due to the flat grind and the good blade geometry and though a blade strength of 4,8 mm. Another reason for the good cutting performance is the used D2-steel. I like D2 – its a good choice for table outdoor-knives and I was not getting disappointed in this case too. The D2 showed a good edge durabilty and because of the durable black PVD-coating rust was not to mention.

Sheath:
The sheath is well designed! It can be worn on belt or via molle-system. besides it has enough space for a multitool or something like that. Plus it offers the opportunity to attach parachute-cord to ones leg. So it has no low-key-level, but for the supposed duty the sheath it is awesome!

Conclusion:
I really like the Oberland Arms Black Sepp. It convinced me of its function as a good and stable knive – even when its weight is a little too much.

Review: Fällkniven F1

Auf meiner Suche nach einem neuen Begleiter für diverse Outdooraktivitäten vergleiche ich die neuen Kandidaten zwar unbewußt aber doch stets mit meinem bisherigen Messer, dem Fällkniven F1.

Warum es so ist, dass das F1 den Prüfstein bildet, an dem sich andere Messer messen lassen müssen, versuche ich in diesem Review darzustellen.
(English description below.)

Zuerst einmal die Daten:
Gesamtlänge: 210 mm
Klingenlänge: 97 mm
Klingenstärke:  4,5 mm
Gewicht (ohne Scheide): 150 g
Stahl: laminierter VG10 (59 HRC)
Griff: Thermorun
Scheide: Leder

 Allgemeines:
Ursprünglich wurde das Fällkniven F1 als Überlebensmesser für das schwedische Militär entwickelt und ist als solches seit 1995 in der schwedischen Luftwaffe im Einsatz. Die Entwicklung dieses Modells hat insgesamt 8 Jahre gedauert.

Anscheinend hat das Messer nicht nur den Schweden gefallen, denn die Firma Fällkniven ist der erste europäische Hersteller, der auch die US-Streitkräfte mit Überlebensmessern beliefert. So wurden sowohl die Modelle F1 und S1 nach umfangreichen Tests für die Piloten der Navy, Airforce und des Marine Corps als Überlebensmesser zugelassen.

Abseits des militärischen Backgrounds erfreute sich das Messer jedoch auch bei Wanderern, Jägern und anderen Outdoorbegeisterten, die ein funktionales und stabiles Outdoormesser suchten großer Beliebtheit.

 

Klinge:
Einer der Hauptgründe, mir das Messer anzuschaffen, war die vielseitige Einsetzbarkeit des Messers. Die Klinge aus laminiertem VG10-Stahl ist 97 mm lang, was für die meisten Jagd-, wie Outdoortätigkeiten ausreicht und das Messer auch im EDC-Gebrauch nicht überfrachtet. Zudem fällt das F1 nicht unter das Führungsverbot des § 42a WaffG und kann somit problemlos auch als EDC getragen werden.

Nichtsdestotrotz ist die Klinge mit einer Klingenstärke von 4,5 mm und dem balligen Anschliff ein echtes Outdoor-Arbeitstier, welche auch harten Arbeitseinsatz vom Schneiden und Hacken über Hebeln bis zum Batoning klaglos über sich ergehen läßt.

Dazu trägt in nicht unerheblichem Maße der (laminierte) VG10-Stahl bei, der für die Klinge verwendet wurde. Laminiert bedeutet, dass die Außenlagen aus 420er-Stahl sind, während die Schneidleiste aus dem bekannten wie bewährtem VG10-Stahl besteht, der mit 0,95-1,05% Kohlenstoff und 14,50-15,50% Chrom bezüglich der Schnitthaltigkeit im Bereich von 154CM / ATS-34 liegt, aber aufgrund seines Kobaltgehaltes (1,30-1,50%) weitaus korrosionsbeständiger ist.

Manche Anwender schwören auf die Sandwich-Konstruktion, bei der die weichen Außenlagen die Bruchfestigkeit der Klinge verbessern sollen, während manche darin nur die Reduzierung eines Kostenfaktors bei der Herstellung sehen. Ich hätte jedenfalls nichts dagegen, wenn irgendwann eines der frühen Modelle den Weg zu mir findet, dessen Klinge komplett aus VG10 besteht.

 

Griff/Handlage:
Der Griff des F1 besteht aus Thermorun, einem auf Olefin basierendem thermoplastischem Elastomer, welches im Spritzgussverfahren mit dem Vollerlgriff verbunden wurde. Thermorun weist eine hohe mechanische Belastungsfähigkeit sowie Restistenz gegen Chemikalien und Öle bei vergleichsweise geringem Gewicht auf und bietet auch bei nassen Händen und bei kalten Witterungsbedingungen einen angenehmen und sicheren Griff. Durch die Vollerlkonstruktion ist das Messer zudem außergewöhnlich stabil und das Griffende kann als Hammerfläche genutzt werden.

 

Scheide:
Wahlweise kommt das Messer mit einer Scheide aus Zytel oder Leder. Wie man unschwer erkennen kann, habe ich mich für die Ausführung mit Lederscheide entschieden, denn die Zytelscheiden von Fällkniven haben auf mich die Anmutung einer Staubsaugerdüse.

Die Scheide besteht aus wertigem Leder, ist vorbildlich verarbeitet und erlaubt ein sicheres wie bequemes Tragen des Messers am Gürtel.

 

Fazit:
Das Fällkniven F1 ist und bleibt meine erste Wahl, wenn es mich hinaus in die Natur zieht. Eigentlich könnte ich mich an dieser Stelle fragen, wozu ich unbedingt ein anderes Outdoormesser brauche, aber darum geht es doch eigentlich gar nicht, gell?

 

English description:

While I am searching a new outdoor knife I still compare the new candidats with my beloved Fällkniven F1.

Why I do so, I try to show you in this review.

Specifications:
Total length: 210 mm (8.3″)
Blade length: 97 mm (3.8″)
Blade thickness: 4,5 mm (0.18″)
Weight (knife): 150 g (6oz)
Steel: Lam. VG10 (59 HRC)
Handle: Thermorun
Sheath: leather

General remarks:
Originally the Fällkniven F1 was developed as a survivor knife for swedish military and serves as survival knife in the Swedish Air Force since 1995. The developement took 8 years. Apparently not only the swedish liked the knife, because Fällkniven is the first european producer who delivers also US-troops. So the models F1 and S1 are licensed as survival-knives for the pilots of US-Navy, Airforce and Marine Corps.

Apart of the military background the knife is popular under hikers, hunters and other outdoor-enthusiasts which like a functional and stable outdoor-knife.

Blade:
One of the principal reasons why I bought this knife was the multiple versatility. The blade made of laminated VG10-steel is 3.8″ long which is sufficiant for most hunting and outdoor purposes and ist does not overload the knife for an EDC. Plus carrying the knife is not prohibited by § 42a WaffG and can be legally carried in Germany.

Nonetheless the blade with its strength of 0.18″ and the convex grind is a true worker which takes even hard works such as levering or batoning without complaining. One reason for that is the laminated VG10-steel which was used to make the blade. Laminated means that the cutting edge of VG10 is sandwiched between layers of 420-steel. VG10, which consists of 0.95-1.05% carbon and 14.50-15.50% chrome, plays in the same league as 154CM / ATS-34 according to cutting performance but is even more rust resistant due to 1,30-1,50% cobalt.

Some users place great confidence in this sandwwich-construction which shall improve break resistance, while others only see it as a reducing of producing costs. I would not reject one of the old models which offer a blade completely made of VG10-steel.

Handle:
The handle is made of thermorun, a high performance thermoplastic elastomer based on dispersed olefinic rubber apllied to the fulltang-construction by  injection molding. Thermorun has a high mechanical strength and ood resistance to chemicals and oils while it is lightweight and offers even under wet and cold circumstances a good, warm and save grip. The knife is very sturdy due its fulltang construction and the tang can be use as a hammer.

Sheath:
You have the choice between a leather sheath and a sheath made of zytel. Obviously I have chosen the leather sheath, becaus e the kydex-made ones have the grace of a hoover nozzle. The sheath is made of good quality leather and allows easy and comfartable carrying.

Conclusion:
The Fällkniven F1 is still my number one choice when I go outdoor. I am really asking myself why I really need a new knife, but that’s not the question, isn’t it?

Review: A&R Sohatiy Leder

Dank der seit dem 1. April 2008 in Deutschland geltenden Rechtslage haben immer mehr kleine festehende Messer den Weg in meine EDC-Rotation gefunden. Das A&R Sohatiy ist jedoch der Grund, warum sich seit geraumer Zeit mein Augenmerk wieder auf ausgewachsene Messer für den Outdooreinsatz richtet.
(English description below.)

Doch schön der Reihe nach, erst einmal die Daten zum Messer:

Gesamtlänge: 332 mm
Klingenlänge: 202 mm
Klingenstärke: 4 mm
Stahl: russischer 95X18 (58 HRC)
Griff: Lederscheiben
Scheide: Leder
Gewicht: 252 Gramm (ohne Scheide)

Erster Eindruck:
Laut Händlerinformation handelt es sich beim Sohatiy um ein Jagdmesser aus russischer Produktion – genauer gesagt aus der Manufaktur „A&R“, welche seit 1999 in Zlatoust einfache, aber zuverlässige Jagd- und Einsatzmesser herstellt. Trotz seiner beeindruckenden Größe ist das Messer beim ersten in-die-Hand-nehmen erstaunlich leicht und führig. Darüber hinaus machen sowohl Messer als auch Scheide einen sehr guten Eindruck, was die Verarbeitung angeht: alles sauber entgratet, keine Spalten, Macken, oder ähnliches. Sehr schön!

Scheide:
Ich habe des öfteren die Erfahrung gemacht, dass die Qualität des Messers oft nicht zur Qualität der dazugehörigen Scheide passt. Stimmt die Qualität des Messers, wurde dafür dann an der Lederscheide gespart. Das ist ärgerlich, weil man so oft genug auf Custom-Lösungen zurückgreifen muss, um das Messer adäquat tragen und nutzen zu können. Hier ist dies erfreulicherweise nicht so, sondern die schwarze Lederscheide kann, was Qualität und Verarbeitung angeht, locker mit dem Messer mithalten. Durch die tiefe Trageweise am Gürtel läßt sich das Messer gut ziehen und auch wieder versorgen. Der Sicherungsriemen mit Beiltaschenverschluss lässt sich auch bequem mit einer Hand öffnen und hält das Messer im geschlossenen Zustand fest an seinem Platz. Die formstabil gearbeitete Scheide führt das Messer sauber und sicher – die Klinge schneidet weder in Leder, Keder noch in die Sicherungsschlaufe. So soll das sein!

Griff/Handlage:
Der Griff des Sohatiy besteht aus gepressten (und wahrscheinlich verklebten – dazu später mehr) Lederscheiben. Durch das Leder greift sich das Messer auch bei niedrigeren Temperaturen angenehm warm und liegt auch bei Nässe sicher und rutschfest in der Hand. Zudem ist er schön voluminös und bietet auch großen Händen ausreichend Platz. Wie schon erwähnt, fällt bei der Handlage des Messers sofort das (in Anbetracht der Größe) niedrige Gewicht auf, welches das Messer sehr führig macht. Das niedrige Gewicht hat seine Ursache in der Konstruktion durch ein im Endstück verschraubten Steckerl. Bislang kannte ich nur Messer mit durchgehender Klinge (Full-Tang-Konstruktion), die zwar deutlich stabiler sind – dafür aber nicht so führig.
Einziges Manko beim Griff: Wahrscheinlich wurden die einzelnen Lederscheiben, die den Griff bilden, großzügig mit einem 2-Komponentenkleber verklebt. Ich weiß nicht, was die einzelnen Kleberkomponenten waren, aber der Griff riecht leider deutlich (penetrant) nach geräuchertem Schinken.

Klinge:
Der namensgebende Elch (Sohatiy ist der volkstümliche russische Begriff) prangt auf der Klinge, die trotz ihrer 20,2cm erstaunlich schlank und elegant anmutet. Als Stahl kommt hier der russische 95X18 zum Einsatz, der wohl auch in der Rüstungsindustrie Verwendung finden soll. Laut Böker Stahltabelle weist der Stahl 0,9-1,1% Kohlenstoff und 17-19% Chrom auf und wurde nach Angaben des Herstellers auf 58HRC gehärtet. Vielleicht liegt dies an den „nur“ 4mm Klingenstärke, dem leichten Hohschliff, den zwei Hohlkehlen oder doppleten Fehlschärfe am Klingenrücken – egal mir gefällt sowohl die Klingenform mit der schön-schlanken Spitze als auch die gute Schneidleistung. Das Sohatiy machte in der Küche wie auch Outdoor eine gute Figur und erledigte alle anfallenden Arbeiten wie z.B. Schinken aufschneiden (in der Küche), als auch den Einsatz gegen allzu üppig wucherndes Gesträuch (draußen in der Natur) mit Bravour. Allein das Spalten von Holz (Batoning) habe ich dem Messer aufgrund der verschraubten Steckerlkonstruktion und der „filigran“ anmutenden Klinge dann doch nicht zumuten wollen.

Fazit:
Das Sohatiy ist ein schmuckes und elegantes Messer mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis – für den harten bis missbräuchlichen Outdooreinsatz (Holz hacken/spalten, hebeln, graben) sollte man sich aber ein anderes Werkzeug suchen. Zum Schluß noch vielen Dank an Pitter von messerforum.net und empire-knives.de für die Gelegenheit das Messer zu testen!

English description:

Because of the german law small fixed knives are true compagnions in my EDC-rotation. But the A&R Sohatiy is the reason why I interest tend back to full-grown-fixed-blade-knives for outdoor-use.

But let’s take one thing at a time – first the specs:

Overall length: 332 mm
Blade length: 202 mm
Blade thickness: 4 mm
Steel: russian 95X18 (58 HRC)
Handle: leather panes
Sheath: leather
Weight: 252 g (knife only)

First impression:
According to distributor information the Sohatiy is a russian hunting knife – precisely from „A&R“-manufacture, which produces simple but sturdy hunting and tactical knives in Zlatoust since 1999.
Though to its impressive size the knive is astonishing light-weight. Furthermore the knive and the sheath make a very good first impression relating to its workmanship: all edges are chipped, no gaps, kinks or what-so-ever. Fine!

Sheath:
I often experienced that the quality of a knife does not relate to the quality of the sheath. If the knife is of good quality, producing costs were reduced by using a poor sheath. This is annoying because you have to make a custom-sheath to wear and use the knife in a appropiate way.
Fortunately here the quality of the knife fits with the quality of the sheath. Through the deep carrying method when the sheath is attached to the belt you can easily draw the knife and put it back. The safety leather strap holds the knife save at its place and is easy to open with one hand. The stable-worked sheath leads the knife clear and save in and out – the blade does not cut into leather nor piping. Well done!

Handle:
The handle consists of pressed (and glued) leather panes. Because of the leather the handle feels comfortable warm even in cold weather and when it is raining the grip is also save and skid resistant. Besides the handle is voluminous and offers enough space even for big hands. As mentioned above the knife is very light-weighed considered to the overall-length. The low weight has its source in the construction of the handle: it is not a full tang but a screwed tang, which reduces the weight but is not as stable as a full-tang-construction.
A little flaw: The leather panes are probably glued with 2k-glue and therefore it really smells penetrantly like bacon.

Blade:
The namesake, the elk (Sohatiy is the russian term for elk) is displayed on the blade which is astonishing elegant and slim though its measures of 20,2 cm overall length. The blade is made of russian 95×18 steel, which is also used in russian armaments industries. Due to the steel list of Böker the steel has 0.9-1.1% carbon and 17-19% chrome and was tempered to 58HRC according to „A&R“. Perhaps it is the blade-thickness of „only“ 4 mm, the two fullers or the double ricasso, but I really like the shape of the blade with its slim point as well as the cutting performance. The Sohatiy did a good job indoors in the kitchen (slicing bacon) as well as outdoors in the forest. I used it for a lot of purposes, but I refrained using it for batoning due to its „filigree“ hadle construction.

Conclusion:
The Sohatiy is a spruce and elegant knife with a good price-performance ratio. But for outdoor abuse such as batoning or to lever you should choose another tool. Thanks to Pitter from messerforum.net and empire-knives.de for the opportunity of testing this knife.

Review: TOPS Wilderness Guide 4.0

Auch wenn es langsam herbstlich ungemütlich wird, zieht es mich immer wieder raus in die Natur. Natürlich nicht ohne Werkzeug. Aus diesem Grund bin ich seit geraumer Zeit wieder auf der Suche nach einem passenden Begleiter für meine Outdooraktivitäten wie Wandern, Trekking und Campen.

Für den Anfang möchte ich Euch meine Eindrücke zum TOPS Wilderness Guide 4.0 vorstellen (English description below):

Erst einmal die nackten Zahlen:

Gesamtlänge: 22 cm
Klingenlänge: 10,8 cm
Klingenstärke: 3,1 mm
Stahl: 1095 (56-58 HRC)
Griff: Tan Canvas Micarta
Scheide: Nylonscheide (Molle-kompatibel) mit Durchstichschutz
Gewicht: 184 Gramm (mit Scheide: 303 Gramm)

Erster Eindruck:
Nun ja – eigentlich hatte ich ein etwas größeres Survival- und Outdoormesser erwartet – die Klinge ist „nur“ 10,8 cm lang. Aber schließlich wird das Messer ja auch als „kompakt“ beworben
Neben dem Messer, welches sicher in seiner Molle-kompatiblen Nylonscheide ruht, purzelt mir noch ganz viel anderes Zubehör aus dem Paket entgegen. Nach kurzer Sichtung (Kompass, Signalspiegel, Vergrößerungsfolie, Karabiner, Neonbändel, Signalpfeife), beschleicht mich der Eindruck, dass mir die Natur und ihre Widrigkeiten dank dieses „Survival-Pakets“ nix mehr anhaben können!

Griff:
Die Fulltang Griffkonstruktion mit Canvas-Micarta Griffschalen ist clever konzipiert, sauber verarbeitet und liegt gut in der Hand. Die ausgeprägten Fingermulden sind genau da, wo sie sein sollen und das griffige Micarta verhindert im Zusammenspiel mit dem Fingerschutz zuverlässig ein Abrutschen der Finger in die Klinge. Die Micartaschalen sind schön griffig und haben keine störenden Kanten oder Spalten zum Griff. Die Hohlnieten erlauben zudem das Einädeln eines Paracordfangriemens – gefällt mir sehr!
Einziges Manko bei der Handlage: Die Riffelung der Daumenauflage ist viel zu spitz und es ist unbequem, den Daumen bei kräftigen Schnitten darauf abzustützen.


Die spitze Riffelung der Daumenauflage.


Druckschnitte machen so keinen Spaß – autsch!

Klinge:
Das TOPS Wilderness Guide 4.0 ist als Outdoor- und/oder Survivalmesser konzipiert, was sich auch z.B. in Geometrie und Anschliff der Klinge niederschlägt. So wurde der Klinge ein halbhoher Scandi-Schliff verpasst, der auch robustes Arbeiten erlauben soll. Warum man dem Messer jedoch „nur“ knapp 3 mm Klingenstärke verpasst hat, vermag ich nicht zu sagen – etwas mehr (~0,5-1 mm) wären bestimmt nicht verkehrt gewesen, für ein Messer, welches als stabiles Outdoormesser beworben wird. Auch die pummelige Klingenspitze ist nicht so mein Fall – ich bevorzuge Klingen mit ausgeprägterer Spitze und damit breiterem Einsatzfeld.


1095er Klingenstahl mit Black-Traction Epoxy Polyester Beschichtung

Scheide:
Derjenige, der dieses Tragesystem konzipiert hat, hat sich echt Gedanken gemacht! :super: Die Nylonscheide kann entweder per Schlaufe am Gürtel getragen oder an diversen Mollesystemen (Rucksack, Tasche, etc.) befestigt werden. Außerdem bietet sie in einem Beifach Platz fürs „Outdoorzubehör“(s.u.), einen abnehmbaren (Klettverschluss) „FLAP“ und die Möglichkeit, einen Beinriemen (Paracord) zu befestigen. Gut – ordentlich auftragen tut sie dadurch schon, aber für den erdachten Einsatzzweck im Outdoorumfeld kann sich das Ding sehen lassen.


Voll Molle-kompatibel!


Der abnahmbare „FLAP“.


unten: Durchstichschutz, darüber: Zusatzfach fürs Zubehör

Outdoorzubehör:
Wie oben schon beschrieben, sind Kompass, Signalspiegel, Vergrößerungsfolie, Karabiner, Neonbändel, Signalpfeife im Lieferumfang enthalten.
Meine Meinung dazu: Das ganze Gerödel hat für mich die Anmutung wie Survivalzubehör aus dem YPS-Heft* – Plastik, billig und unsinnig. Wenn ich mal in einer „Survival“situation bin, verlasse ich mich nicht auf einen Plastikspiegel, eine Vergrößerungsfolie und das andere Zeug, sondern auf mein Wissen und meine Erfahrung.

* Dies soll keine Herabwürdigung des YPS-Heftes darstellen, im Gegenteil! Das YPS-Heft war toll, ein Quell von Inspiration und Abenteuer in meiner Kindheit und ich liebte es heiß und innig. Umso mehr freue ich, dass es ein Revival gibt!

Fazit:
An-und-für-sich ein solides und schickes Messer für Wanderungen oder Outdooraktivitäten. Gerade das Tragesystem ist klug durchdacht und vielseitig einsetzbar. Das Marketing von wegen „Survival Messer mit Komplettausstattung„, „Ausrüstungskonzept für alle Eventualitäten„, „für alle Extremfälle geeignet„, usw., unterstützt durch die netten aber IMHO nutzlosen Gadgets spricht mich hingegen weniger an.
Meine Suche nach einem neuen, großen und stabilen Outdoorbegleiter wird wohl weitergehen und bis dahin bleibe ich bei meinem Fällkniven F1.
Zum Schluß meinen besten Dank an Pitter von messerforum.net und toolshop.de für die Möglichkeit das Messer zu testen.

English Description:

Even the weather is getting harsh in autumn, I go outdoors. Of course not without tools. So I am still searching for an appropiate companion for outdoor-activities like walking, trekking or camping.

So I would like to share my impressions of the TOPS Wilderness Guide 4.0 with you.

Specifications:
O/A Length: 8 3/4”
Blade Length: 4 1/4”
Thickness: 1/8”
Steel: 1095 High carbon Steel RC 56-58
Handle: Tan Canvas Micarta
Sheath: coyote tan ballistic nylon with removable flap
Weight w/ Sheath: 10.7oz
Weight w/o Sheath: 6.5oz

First Impression:

First I expected a bigger knife – the blade is „only“ 4 1/4″ (10,8cm) long. But lalstly this knife is advertised as „compact“. The knife comes with a lot of additional gadgets like compass , plastic mirror, plastic lens, snap link, neon-tape so I feel save that nature can do me no harm, because of this „survival package).

Handle:

The fulltang handle with canvas micarta scales ist clever designed, well buildt and feels good in my hand. The subhilt and the non-slip micarta prevent to slide with your fingers into the blade even when hard working. The hollow-rivets allow the attachment of a paracord lanyard.
The only flaw. The thump ramp is much to spiky and it is umcomfortable to brace your thump on it by strong cuts.

Blade:

The TOPS Wilderness Guide 4.0 is designed as an outdoor- and survival-knife which finds expression in shape and grind of the blade. The blade has a scandi-grind, which allows even harder work. I wonder why the thickness is only 1/8″ (3mm) – a little bit more (~0,5-1 mm) would not have been worse for a knive which is advertised as a stable outdoor-knive. Also the chubby point of the blade is not my taste. I preffer much more pronounced points which allow more applications.

Sheath:

The sheath is well designed! It can be worn on belt or via molle-system. besides it has enough space for the survival-gagets, a removable „FLAP“ and the opportunity to attach paracord to ones leg. So it has no low-key-level, but for the supposed duty as an outoor-knife-sheath it is awesome!

Survival-Gadgets:

The mentioned gadgets (as decribed above) are trash in my humble oppion => plastic, cheesy and senseless. In a real survival-situation I do not depend on this gadgets, but on my skills and training.

Conclusion:

In general a well build knife for trekking or other outdoor-activities. Especially the sheath is awesome. But the other gadgets are trash and useless. But I am not really convinced. So I will continue searching for an new outdoor-knife and meanwhile stick to my Fällkniven F1. Thanks to Pitter from messerforum.net and toolshop.de for the opportunity of testing this knife.

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