Tutorial: Griffschalen aus Holz – Part 3

Nachdem wir in Part 1 das Holz zusägten und in Part 2 die Griffschalen mit dem Messer verklebt haben, kommen wir nun zu den Abschlussarbeiten.
(English desription below.)

Schritt 9: Unebenheiten glätten
(Wichtig! Unbedingt Sicherheitshinweis* beachten!)

Wie bereits bei Schritt 5 erwähnt, gilt es nun, Unebenheiten zu glätten, damit die Griffschalen plan mit den Platinen des Messers sind. Dazu benutze ich wieder meinen Dremel 4000 mit passendem Schleifband, welchen ich unter den entsprechenden Oberfräsentisch montiert habe.

 

Schritt 10: Konturen fräsen
(Wichtig! Unbedingt Sicherheitshinweis* beachten!)

Anschließend verleiht man den Kanten der Griffschalen Konturen. Dazu verwende ich den HSS Fräser Dremel 615.

 

Schritt 11: Schleifen
(Wichtig! Unbedingt Sicherheitshinweis* beachten!)
Jetzt ist wieder Handarbeit angesagt! Auf verschiedenen Schleifpapieren mit aufsteigender Körnung werden die Schalen solange geschliffen, bis sie völlig eben und glatt sind. Ich verwende Schleifpapier bis 400er Körnung und abschließend geht das Messer noch eine Runde über das 1600er Schleifvlies.

 

Schritt 12: Holz ölen
(Wichtig! Unbedingt Sicherheitshinweis** beachten!)

Um die Farben des Holzes richtig schön zur Geltung zu bringen, werden die Griffschalen anschließend noch mit Danish Oil geölt. Einfach mit einem Lappen aufbringen, kurz einwirken lassen und das überschüssige Öl wieder abnehmen. Je nachdem wie gut das Holz das Öl aufnimmt, muss der Arbeitsschritt ggfs. wiederholt werden.

 

Schritt 13: Endreinigung
Zum Schluß gilt es noch den Schleifstaub, der sich im Messer gesammelt hat zu entfernen. Dazu wird das Messer mit Hilfe von Druckluft aus einem Kompressor durchgepustet, bis der letzte Staub entfernt ist.

Anschließend kommt noch ein Tropfen Öl zwischen die Gelenke

und der Umbau ist endlich fertig!

 

*wichtiger Sicherheitshinweis zum Staub:
Bei den oben beschriebenen Arbeitsschritten kommt es zu einer erheblichen Staubentwicklung und -belastung. Nicht nur der 2-Komponenten-Kleber und somit auch sein Staub enthält gesundheitsgefährdende Stoffe (siehe Sicherheitshinweis in Part 2), sondern auch die Stäube der verwendeten Hölzer können gesundheitsgefährend (allergieauslösend, reizend, giftig, etc.) sein.
Ich empfehle hier also dringend die Verwendung von Schutzhandschuhen, Schutzmaske und auch Schutzbrille!

**wichtiger Sicherheitshinweis zum Öl:
Ebenso wie das Aceton auch ist das Öl leichtentzündlich, d.h. der mit Öl getränkte Lappen, kann sich bei Raumtemperatur an der Luft ohne Energiezufuhr erhitzen und schließlich entzünden. Daher empfiehlt es sich den Lappen nach Gebrauch luftdicht zu verschließen (ich benutze dafür ein altes Glas mit Schraubdeckel) oder mit Wasser auszuwaschen und zu entsorgen.

 

English description:

After we cuttet the wood in part 1 and mounted the scales in part 2 now we come to finish our work in part 3.

Step 9: remove wrinkles
(Important! Read the security advice below!)
As I mentioned before (step 5) it’s time now to remove the wrinkles and make the scales exactly matching the liners. Therefore I use my Dremel with a abrasive belt mounted on my router table.

Step 10: making contours
(Important! Read the security advice below!)
Then we make the contours by using a milling cutter.

Step 11: Sanding
(Important! Read the security advice below!)
Now we have to sand the scales by hand using abrasive paper. I use abrasive paper up to 400k till the scales are smooth and even. To finish sanding I use 1600k abrasive fabric.

Step 12: oiling the wood
(Important! Read the security advice below!)

To emphasize the warm colours of the wood they can be oiled. Just use an old rag to apply the oil and after a short time to wipe away the surplus oil. Depending on how good the wood take sthe oil you have to repeat that step.

Step 13: final cleaning
At last you remove the dust by using compressed air and put some oil at the hinges. After that your knife is ready to use!

Security advice!
During sanding, drilling and abrading there will be a lot of dust. Not only the two-component adhesive and its dust may be dangeorous to your health (see security advice in part 2) but also the wood dust can be allergy-forming, irritant or poisonous. So I strongly recommend wearing gloves, glasses and a protective mask. Like the aceton the wood oil is also flamable! So treat the used oil rag carefully!

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Tutorial: Griffschalen aus Holz – Part 2

Nachdem wir in Part 1 des Tutorials gelernt haben, wie man passendes Holz für die Griffschalen aussucht und entsprechend vorsägt, geht es nun in Part 2 weiter mit:
(English description below.)

Schritt 5: Rohlinge aussägen
Nun gilt es, aus den vorbereiteten Brettchen entlang der umrissenen Konturen die Rohlinge für die Griffschalen auszusägen. Ich benutze dazu eine Dekupiersäge (Proxxon DSH) mit einem Rundsägeblatt (da allseitig schneidend). Wer es gerne unplugged mag, kann aber auch zur Handlaubsäge oder bei entsprechend harten Hölzern gar zur Juweliersäge greifen. Wichtig ist in jedem Fall Augenmaß und eine ruhige Hand, da freihand gearbeitet wird. Ich empfehle zudem, die Rohlinge an den Konturen etwas großzügiger auszusägen – die Unebenheiten werden in einem der späteren Arbeitsschritte geglättet.

  

Schritt 6: Entfernen der alten Griffschalen
Nach den oben beschriebenen Vorarbeiten an den Griffschalenrohlingen wird nun das Schweizer Messer für den Umbau vorbereitet, indem man die Cellidor-Griffschalen abhebelt. Dazu entfernt man Zahnstocher und Pinzette und nutzt die Ausparungen, um mit einer Klinge (z.B. die eines anderen Schweizer Messers) unter die Schalen zu gelangen und diese vorsichtig abzuhebeln. Denn die Cellidor-Griffschalen sind auf die Nietenköpfe aufgeklippt, mit denen die einzelnen Werkzeuge eines Schweizer Messers befestigt sind. Will man die alten Griffschalen noch verwenden, so kann man sie vor dem Abhebeln erwärmen (z.B. mit einem Föhn) und vermeidet so, dass die Griffschalen ausbrechen.

  

Schritt 7: Nietenlöcher bohren
Damit die neuen Holzgriffschalen genau auf das Schweizer Messer passen, müssen entsprechende Löcher für die oben beschriebenen Nietenköpfe gebohrt oder gefräst werden.
Als Schablonen benutze ich alte Cellidor-Schalen (siehe auch Schritt 4), bei denen ich die Nietenlöcher einfach durchgebohrt habe, um die Position der Nietenköpfe zu markieren.

Nachdem die Positionen entsprechend markiert wurde, bohrt/fräst man die Löcher aus. Ich benutze dazu einen Dremel mit entsprechendem Fräser (Dremel 4000 + Dremel 196), man kann aber auch einen Stechbeitel o.ä. nehmen. Wie bei Schritt 5 gilt auch hier: da wieder freihand gearbeitet wird, ist Ruhe und Augenmaß vonnöten um die Aussparungen ausreichend tief werden zu lassen, aber nicht die Schalen durchzubohren.

Schritt 8: Neue Schalen aufkleben
(Bitte unbedingt Sicherheitshinweis* beachten, siehe unten)
Nun endlich kann man sich daran machen, die vorbereiteten Werkstücke zusammenzufügen, indem man die Griffschalenrohlinge auf das Messer klebt. Zuallerst jedoch müssen alle Teile staub- und fettfrei sein. Dazu reinigt man sowohl die Schalenrohlinge wie auch das Messer mit Aceton (oder einem anderen Lösungsmittel).

Damit die Schalen wirklich bombenfest auf dem Messer sitzen, benutze ich  2-Komponenten-Kleber (UHU-Endfest 300). Bei einer Aushärtung auf Zimmertemperatur (20°C) beträgt die Festigkeit bei Zugscherbelastung ca. 12N/mm2. Zwar könnte man diese Festigkeit durch Erhöhung der Aushärtungstemperatur noch steigern (10 Minuten Aushärtung bei 100°C ergibt ca. 25N/mm2); ich erachte die Festigkeit von 12N/mm2 für das Einsatzgebiet eines Schweizer Taschenmessers jedoch als ausreichend.
Schraubzwingen halten die Schalen in Position, bis der Kleber ausgehärtet ist.

* wichtiger Sicherheitshinweis!
Es empfiehlt sich, während des gesamten Arbeitsschrittes Handschuhe zu tragen (z.B. Einmalhandschuhe aus Latex), da in diesem Arbeitsschritt mit gesundheitsgefährdenden Stoffen gearbeitet wird.

Aceton:
Das hier verwendete Aceton reizt die Haut, da es diese entfettet. Inhalation größerer Dosen erzeugt Bronchialreizung, Müdigkeit und Kopfschmerz. Sehr hohe Dosen wirken narkotisch. Darüber hinaus ist es leichtentzündlich, d.h. der mit Aceton getränkte Lappen, mit dem das Messer oder die Schalen entfettet wurden kann sich bei Raumtemperatur an der Luft ohne Energiezufuhr erhitzen und schließlich entzünden. Daher empfiehlt es sich den Lappen nach Gebrauch luftdicht zu verschließen (ich benutze dafür ein altes Glas mit Schraubdeckel) oder mit Wasser auszuwaschen und zu entsorgen.

2-Komponentenkleber:
Der von mir verwendete 2-Komponentenkleber ist reizend, bzw. ätzend und umweltschädlich, da der Binder Epoxidharz enthält und der Härter Amine.
Weitere sicherheitsrelevante Informationen sind hier zu finden:
Sicherheitsdatenblatt UHU plus endfest 300 (Binder)
Sicherheitsdatenblatt UHU plus endfest 300 (Härter)

  

Fortsetzung folgt…

  

English description:
Part 1

Step 5: sawing out the workpiece
Now you have to saw out the workpieces aalong the drawed contours. I use a scrollsaw with a round saw-blade. If you like it unplugged you can also use a coping saw or a jewellersaw to cut through hard woods. For this step a cool hand and a good eye-judgement are important because you cut free hand. I recommend to cut along the contours generously – the wrinkles can be made even in a further step.

Step 6: Removing the old scales
After preparing the workpieces you have tp prepare the knife for modding. Therefore you lever up the old cellidor-scales by slipping under with a small blade and lever carefully. If you want to reuse the cellidor-scales you can warm them with a hairdryer so they do not break easily.

Step 7: Drilling holes
If you want the new wooden scales to fit on your SAK you have to drill holes for the rivets. I use old cellidor-scales I drilled through as a template to mark the positions of the rivets. After marking the positions you drill the holes. I use a Dremel-tool with an appropiate cutter, but you can also use a ripping chisel. Like step 5 you need again a cool hand and a good eye-judgement for not drilling too deep or even through the scales.

Step 8: attaching the new scales
(Important! Read the security advice below!)
Now you can attach the new wooden scales to the SAK. But first you have to make them clean and fat-free by using Aceton or other solvents.
I use a two-component adhesive (UHU Endfest 300) to glue the workpieces together. Hardening by 20°C causes a firmness of 12N/mm2. You can also enhance the firmness by using a higher hardening temperature but I suppose a firmness of 12N/mm2 as sufficient for a SAK. I use clamps to fix the workpieces until the adhesive has hardened.

Security advice:
It is strongly recommended to protect your health by wearing gloves, because you are working with components which are hazardous to health.

Aceton
=> https://en.wikipedia.org/wiki/Aceton#Safety

two-component adhesive
=> Material safety data sheet UHU plus endfest 300 (Binder)
 => Material safety data sheet UHU plus endfest 300 (Härter)

to be continued…

Tutorial: Griffschalen aus Holz – Part 1

Der Weg ist das Ziel!

Neben den bereits fertigen SAK-Umbauten, die ich hier regelmäßig präsentiere, dachte ich, dass auch der Entstehungsprozess für den ein oder anderen interessant sein könnte. Aus diesem Grund werde ich Euch schrittweise an einem Umbau teilhaben lassen.
(English desription below.)

Schritt 1: Das Holz
Zuerst einmal gilt es, ein passendes Stück Holz für den Umbau zu finden. Das Holz sollte möglichst fehlerfrei sein, d.h. keine Fehlstellen wie Astlöcher, Risse o.ä. besitzen und bereits abgelagert und trocken sein. Letzteres ist wichtig, um ein Reißen oder Verziehen des Holzes zu vermeiden. Ein frisch geschnittenes Stück aus dem heimischen Garten scheidet als Griffmaterial also meist aus.
Ich habe mich hier für Olivenholz entschieden. Olive wächst zwar sehr langsam, dafür ist das Holz hart und dicht, läßt sich dabei aber gut bearbeiten und zeigt eine ausdrucksstarke Maserung.

Schritt 2:  Zuschneiden des Holzes
Nun schneidet man das Holz entsprechend zu, indem man aus dem Block passende Brettchen sägt. Die Stärke dieser Brettchen sollte etwa 3-5 mm betragen. Um ein sauberes und gleichmäßiges Arbeitsergebnis zu erhalten, verwende ich eine kleine Bandsäge (Proxxon MBS 240/E). Dabei achte ich darauf, dass Holz entlang seiner Maserung zu sägen, um diese entsprechend zur Geltung kommen zu lassen. Ein Schnitt durch den Faserverlauf des Holzes (sog. „X-Cut“) empfiehlt sich nur bei bestimmten Holzarten.

Schritt 3: Plan schleifen
Da die Brettchen noch sägerau sind und entsprechende Unebenheiten aufweisen, werden sie nun plangeschliffen. Zu Anfang habe ich das noch per Hand mit Schleifpapier (8oer Körnung) gemacht. Als Erleichterung habe ich mir jedoch schnell einen kleinen Tellerschleifer gegönnt (Proxxon TG 125/E), womit dieser Arbeitsschritt nun deutlich schneller und weniger schweißtreibend wird.

Schritt 4: Umrisse einzeichnen
Aus den soeben gesägten Brettchen kann man sich nun das passenste/schönste Stück aussuchen und die Umrisse einzeichnen. Als Schablone verwende ich die alten Griffschalen eines Schweizer Messers.

Optional: Fiberunterlage
Ich verwende gerne Unterlagen aus vulkanisiertem Fiber. Diese dienen vor allem dazu, die farblichen Nuancen des verwendeten Holzes zu unterstreichen und zu betonen. Sofern gewünscht, kann man die Brettchen mit einem entsprechenden Bogen des Fibers verleimen. Ich verwende hierzu einen 2-Komponenten-Kleber.

Fortsetzung folgt…

 

English description:

The way is the goal!

Besides of showing my SAK-modifications I thought that some of you are interested how to do such a mod. Therefore I would like to show you how to change scales step by step.

Step 1: the wood
First thing do to is to find a suitable piece of wood. The wood should be without marks, knots or fissures and has to be seasoned and dry. This is important to prevent the wood from warping or cracking. Therefore a freshly cut piece of wood from the garden has to be ruled out.
I decided to make scales of olive-wood. Olive grows slowly but is durable and hard, it can be cut and drilled well and has a remarkable vein.

Step 2: cutting into size
The block has to be cut into size: small boards with a strength of 3-5 mm. For a clean and consistent result I use a little ribbon saw. by cutting I take care to cut along the grain of the wood to emphasize the vein later on. A so called X-cut is only recommendable by some woods.

Step 3: making the wood plain and even
Because the little boards are rough and not even you have to make them plain. In the beginning I did it by hand using sandpaper (80k). To make this work much easier I now use an eletric polisher.

Step 4: Drawing the contours
Now you have the choice of the best looking little board and can draw the contours. I use the old scales of a SAK as templates.

Optional: Vulcan Fiber
I often use vulcan fiber to emphasize the colours of the wood or to place an accent of colour. If you like to use vulcan fiber too, you can glue the wood and the fiber together now. I use 2k-glue.

to be continued…

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