Messer Macher Messe Solingen 2011

Drei Monate des neuen Jahres sind schon um, bleiben noch zwei.
(English desription below.)

Also noch Zeit genug, sich die Bilder aus 2011 anzuschauen.
„Special Guest“ in dem Jahr war Virgil England, der einige seiner Arbeiten dort präsentierte.

English description:
Two months left. Time enough to look at the pictures from 2011.
Special guest was Virgil England who presented some of his knives.

Beilkopf Peter Wallbrecher

Angefixt durch den Fund eines alten Helsper-Klauenbeils, wurde anscheinend mein Interesse an alten Äxten und Beilen geweckt. Na toll … noch ein Gebiet, auf dem es viel zu entdecken gibt!

Wie zum Beispiel mein neuester Fund:
(English desription below.)


Ansicht von links


Ansicht von rechts


Ansicht von vorne


Ansicht von hinten


Schmiedemarke: Herz im Dreieck mit Initialen PW

Die Maße sind (in etwa):
Länge gesamt: 16,5 cm
Länge Auges: 5 cm
Breite Auge: 1,9 cm
Länge Bart: 9 cm
Länge Schneide: 10 cm
Gewicht: nicht gemessen, laut Schmiedemarke 800 g

Anhand der Schmiedemarke (s.o.) konnte ich den Hersteller bestimmen: Peter Wallbrecher, Wuppertal-Cronenberg. Natürlich war ich wieder neugierig , um welches Stück es sich hier handelt, wann es hergestellt wurde, etc. und so fragte ich bei der Firma Walkron (der Nachfolgefirma von Peter Wallbrecher) nach. Prompt erhielt ich von Herrn Frank Wallbrecher eine sehr freundliche Mail mit vielen Informationen , u.a. einen Auszug aus dem Vorkriegs-Katalog Peter Wallbrecher (ca. 1920-1930, s.u.) um eine nähere Eigenbestimmung zu ermöglichen (vielen Dank dafür!).

Peter Wallbrecher Fabrikansicht

Katalogauszug Peter Wallbrecher

So schätze er, dass es sich bei dem Beil noch um ein Vorkriegsmodell handele. Da die Schmiedemarke noch dass alte Logo „Herz-Dreieck mit Initialien“ zeigt, schließe ich mich seiner Meinung an, dass das Stück noch vor 1932 gefertigt wurde. Dies würde zu der Angabe auf der Walkron-Homepage passen, dass „die 1825 von Peter Wallbrecher eingeführte Marke P. W. Herz-Dreieck […] 1932 um das Markenzeichen WALKRON durch Werner Wallbrecher ergänzt“ wurde.

Nach Ansicht des Vorkriegs-Kataloges tendiere ich dazu, dass es sich um das Modell Nr. 1858 (Trierer Form, Rhein-Mosel) handeln könnte. Die Nr. 1825 gab es nicht in der 800g-Ausführung und die Nummern 1838 und 1843 schließe ich aufgrund der „Nagelziehfunktion“ aus, die dieses Beil nicht aufweist. Bleiben also noch die Modelle 1858 und 1856 wobei ich letzteres aufrund der weniger deutlich nach hinten geschwungenen Linie des Blattes ausschließe.

Da die Firma Walkron den Betrieb der „Abteilung 3“ im Jahr 1956 eingestellt hat und sich auf die Herstellung von Maler-, Maurer- und Meßwerkzeugen konzentrierte, scheidet eine Aufarbeitung durch den Hersteller (oder dessen Nachfolger) leider aus und ich werde auch dieses Stück in Eigenregie wiederaufarbeiten.


English description:

Since I found this old hatchet, my interest in old axes and hatches was rised. Wonderful … another field of interest to explore.

For example this piece: hatchet

Specifications:
lenght overall: 16.5 cm
width eye: 5 cm
lenght beard: 9 cm
lenght blade: 10 cm
weight: 800 g (rough)
The forge-marks show a heart within a triangle and the initials PW. According to my researches the axe was manufactured by Peter Wallbrecher, Wuppertal-Cronenberg. Because I was curious about the details of the hatchet, I contacted Walkron Company (successor of Peter Wallbrecher) and recieved a prompt, friendly and very detailled answer from Mister Frank Wallbrecher himself, including a Peter Wallbrecher pre-war-catalogue (1920-1930). Thank you very much!

He assumed this hatchet to be a pre-war-model. Becuase the forge-mark shows the old logo „heart within a triangle and the initials PW“ I align myself with his oppinion, that this axe was produced pre 1932. This would fit to the information postet on Walkron Homepage that „the brand  heart within a triangle and the initials PW introduced 1825 by Peter Wallbrecher was replenished by brand Walkron by Werner Wallbrecher“.

After checking the catalogue I tend to say that this hatchet could be the model 1858 (Trierer Shape, Rhein Mosel). The model 1825 was not produced in 800 gramm and the models 1838 and 1843 have a nail-drag-function, my axe does not have. The remaining models 1858 and 1856 can be excluded by shape.

Because Walkron-Company closed „Section 3“ in 1956 and focused on painter- and bricklayer-tools, I have to do a renewal by myself.

Messer Macher Messer Solingen 2010

Ein Monat Wartezeit zur diesjährigen Messer-Macher-Messe (4. & 5. Mai 2013) im Klingenmuseum Solingen ist vorüber, bleiben also noch drei.

Nach den Eindrücken aus 2009 geht es also weiter mit dem Jahr 2010.
(English desription below.)

Diese Messe habe ich deswegen in besonders guter Erinnerung, weil ich dort Gelegenheit hatte, den Messermacher Henry H. Frank kennenzulernen, welcher einen Einblick in seine Tätigkeit als Messermacher gewährte und  Auskunft über seine Sicht der „Kunst des Messermachens“ gab.

Seine Messer sind schon keine Werkzeuge mehr, sondern Kunstwerke, die in Handarbeit entstehen und bei Sammlern in der ganzen Welt gefragt sind. Seine Inspiration liege dabei in der Herausforderung des Künstlers, immer wieder etwas neues zu erschaffen, dabei aber auch immer seinen Stil beizubehalten, fließend, rund, harmonisch. „Guck Dir mal ne nackte Frau an, da sind auch keine eckigen Formen dran.“ meinte er scherzend. Für ein Messer brauche er ungefähr 2 Monate (je nach Ausführung und Matrial), dafür bekommen der Kunde aber nicht nur ein Messer, sondern einen Teil seines Lebens. Dementsprechend sind dann auch die Preise, die Sammler für seine Messer bereit sind zu zahlen.
Als er eines seiner ersten Messer Anfang der 60er Jahre für 25 $ verkaufen wollte, wurde er gefragt, wofür man denn so ein künstlerisch gefertigtes Messer bräuchte, zumal das Messer ja ziemlich teuer sei. Seine Antwort: „ Man bindet sich auch keinen Schlips um, um den Hals warmzuhalten.“ Ist was wahres dran!
(English desription below.)

English Description:

One month less to wait till annual knife-makers-fair (4th & 5th May 2013) at the Blade-Museum in Solingen.

After the pictures of 2009 we now come to the year 2010.

I will always remember that fair because I had the oppurtinity to meet Mr. Henry H. Frank himself, who refered about his life, experience and craftmansship as a knife maker.

His knives are rather objects of art than pure cutting instruments are are appreciated by collectors all over the world. His inspiration is the challenge to create something new and different as an artist and to maintain his style: round harmonial and floating. „Look at a naked woman, there are no hard shapes at all“ he explained.

It takes nearly two month to build a knife (depending on type and material), but the customers do not get only a knife – they get a piece of his life. This explains the prices of his knives.

As he tried to sell one of his first knives in the 60ties for $25 he was asked what a stylish build knife would be good for. he replied: „You do not wear a tie to keep your neck warm, do you?“ Think about it!

Projekt-Update: Helsper Klauenbeil

Nachdem ich letztes Jahr den Kopf eines Helsper-Klauenbeils auf einem Dachboden entdeckte, haben mich viele Vorschläge erreicht, wie man den Beilkopf wiederherrichten könne. Vielen Dank dafür!
(English description below.)

Zur Erinnerung nochmal ein Bild vom Fundzustand:

ansicht-links

Die Vorschläge reichten von den klassischen Mitteln wie Draht-/Messingbürste, Schleifpapier und Öl/WD40/Ballistol bis hin zu sehr kreativen Ideen wie das Einlegen in Zitronensäure, Molke oder Diesel.

Ich habe mich jedoch für die bereits damals von mir favorisierte Entrostung per Elektrolyse entschieden. Für mich war es sowohl die schonenste, gründlichste und simpelste Art der Reinigung. Man legt das zu reinigende Stück einfach nur in die Elektrolyselösung, klemmt den Strom an und übt sich ein wenig in Geduld.

Nachdem das Klauenbeil dem Verjüngungsbad entstiegen ist, präsentiert es sich in neuem-alten Glanz:

Da der Beilkopf aus nicht-rostfreiem C35/C45-Stahl (Cr < 0,40%) gefertigt wurde, habe ich ihn anschließend mit Ballistol behandelt um eine erneute Korrision zu verhindern.

In einem der nächsten Schritte gilt es nun, das Beil neu zu schäften (ein Stiel aus Eschenholz erscheint mir passend) und eine neue Schneide anzubringen.

Ich hoffe, Ihr seid genauso gespannt wie ich, wie sich das Projekt weiterentwickelt.

 

English description:

After I found an old hatchet clearing up an attic last year, I recieved many advices how to derust it. Thanks a lot for the proposals. As a memento you can see a picture of the as-found-state of the hatchet.

The recommendations reached from classic methods like wire bushes, sanding paper and oil/WD40/Ballistol up to creative ideas like pickling it into citric acid, whey or diesel.

I decided to try my favourite method: derusting via elektrolysis. It seemed to be the most protecting, efficient and simple way of cleaning. You just put the hatchet in the elektrolysis-solution, put on power and wait. After the hatchet alightet from the fountain of youth it presented itsself in new-old glamour.

Because the atchet was made of not stainless C35/C45 steel (Cr < 0,40%) I put some Ballistol on it to prevent new corrosion.

Next steps are a new handle (I like ash-wood) and a new convex edge.

I hope you are as curious as me, how the project will develope.

Messer Macher Messe Solingen 2009

Bereits jetzt am Anfang des neuen Jahres kribbelt die Vorfreude auf die diesjährige Messer-Macher-Messe (4. & 5. Mai 2013) im Klingenmuseum zu Solingen in mir.
(English description below.)

Diese Messe ist einer DER Höhepunkte des Jahres für mich, denn dort habe ich jedes Jahr aufs neue die Möglichkeit, die nationale wie internationale geballte Fachkompetenz und Kreativität der Messermacher versammelt zu sehen.

Um mir und Euch die Wartezeit bis Mai etwas zu verkürzen, werde ich einfach Monat für Monat meine Impressionen der vergangenen Jahre mit Euch teilen.

Los gehts mit den (leider sehr wenigen) Eindrücken aus dem Jahr 2009, die den letzten Festplattencrash überlebt haben:

English desription:

Even at the start of the new year I am already excitetd about the annual knife-makers-fair (4th & 5th May 2013) at the Blade-Museum in Solingen.

This fair is one of my hightlights in 2013 when it comes to knives, because there I see the national and international creme de la creme of knife Makers.

To ease and shorten time till may I like to share my impressions of last years fairs with you.  Let’s start with the year 2009 (it’s a pitty, that only a few photos survived the last hard-disk-crash):

Frohe Weihnachten – Merry Christmas!

 

Ich wünsche Euch & Euren Lieben ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest

mit viel Ruhe und Besinnlichkeit.

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Kopie von IMG_1155_1

Mit dieser weihnachtlichen Impression aus meinem Heimatdorf schließe ich den Blog für dieses Jahr.

Wir sehen uns dann hoffentlich im neuen Jahr in alter Frische wieder. Seid gespannt, was es 2013 alles zu entdecken gibt…

Viele Grüße

Propaghandi

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I wish you and your familiy a merry Christmas

with a lot of repose and contemplation.

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With this festive impression from my home village I close the blog for this year.

We will hopefully see us again next year, all bright-eyed and bushy-tailed. Be keen what will expect you in 2013…

Best regards,

Propaghandi

Dachbodenfund: Helsper Klauenbeil

Eigentlich wollte ich Euch heute wieder einen Blick in meine SAK-Gallerie werfen lassen, statt dessen präsentiere ich hier nun einen besonderen Fund:
(English description below.)

Als ich letztes Wochenende beim Räumen eines Dachbodens geholfen habe, fand ich diesen Beilkopf.


Ansicht von links


Ansicht von rechts


Draufsicht von hinten


abgebrochene Zinke


Schmiedemarke

Die Maße sind (in etwa):
Länge gesamt: 16,5 cm
Breite Auge: 5 cm
Länge Bart: 7 cm
Länge Schneide: 9,5 cm
Gewicht: nicht gemessen, nur geschätzt ~ 800 g

Von der Form her könnte es sich um ein Klauenbeil handeln, wobei ein Zinken der Klaue abgebrochen ist. Die Schmiedemarke zeigt eine Krone mit den Initialen C.H. (auf den Fotos leider schlecht zu erkennen) sowie der Zahl 1940 darunter. Laut meinen Recherchen handelt es sich bei dem Hersteller um Carl Helsper, Wuppertal-Küllenhahn.

Auf meine Nachfrage bezüglich des Beiles bei der Firma Helko (Nachfolger der Firma Carl Helsper) erhielt ich auch prompt eine Antwort von Herrn Helsper (vielen Dank dafür!)

Er schätzt, dass es sich um das Modell „Amerikanisches Klauenbeil“ handelt, welches eigentlich für den Export gedacht war. Angesicht der Schmiedemarke 1940, welches er für das Herstellungsjahr hält, kann es seiner Meinung aber auch als militärischer Ausrüstungsgegenstand produziert worden sein. Da das Modell eigentlich eine gerade Schneide hatte, ist dieses Exemplar wohl ausgiebigst benutzt und mehrfach nachgeschliffen worden. Als Stahl für den Beilkopf kam wohl C35 oder C45 zum Einsatz.

Obwohl oder gerade weil das gute Stück ziemlich mitgenommen aussieht, werde ich es wohl wieder herrichten, also entrosten, neu schäften und eine neue Schneide anbringen. Allerdings möchte ich es nicht so machen, wie der berüchtigte Numismatiker, der die geerbten Goldmünzen erst einmal kräftig poliert, damit sie wieder schön glänzen.

Auch wenn es ein wenig nach technischer Fummelei klingt, so werde ich mich bei der Rostentfernung wohl der Elektrolyse bedienen, da sie anscheinend die schonenste Methode darstellt und auch die Patina erhält. Was die Schäftung angeht, bin ich mir noch unsicher, was die Holzwahl angeht – zudem hat das Auge des Beils laut Herrn Helsper wohl ein Sondermaß. Anschließend bekommt das Beil eine neue ballige Schneide verpasst und soll mir dann als Campingbeil dienen.

Soviel erstmal zur Theorie – ich bin gespannt, ob und wie sich dieses Projekt realisieren läßt. Lasst Euch überraschen!

English description:

Last weekend, I helped to clear up an attic and I found this hatched.

The speifications are (vaguely):
lenght overall: 16,5 cm
width eye: 5 cm
lenght beard: 7 cm
lenght blade: 9.5 cm
weight: 800 g (rough)

By shape it could be a claw hatchet, where one prong is broken. The forge marks show a crown with the initials C.H. (not really identifiable on the pictures) and the number 1940 below the crown.
According to my researches the hatchet is manufactured by Carl Helsper, Wuppertal-Küllenhahn, Germany.

I asked the Helko Company (successor of Carl Helsper) about the hatchet and reciewed a prompt answer from Mister Helsper himself (thanks a lot!)

He reckons that this hatched is the „american claw hatchet“-modell which was produced for export. Considering the forge mark 1940 (he assumes this to be the year of production) it can also be produced as military equipment. Because of the modell has a straight blade, this hatchet seems to be hardly used and often sharpened. The steel used for the head is either C35 or C45.

Even though this hatchet has been roughly used I tend to restore it – so derusting it,  put a new handle on it and to sharpen it. To preserve the patina I would like to use electrolysis for derusting it. I am also unsure which wood I could use for a new handle, besides Mister Helsper told me that the eye has custom measure. At last, the hatchet will become a new convex edge and will be used as my „new“ camping hatchet.

So much for theory! I am curious how this project will develope. Stay tuned!

Propaganda vom Feinsten!

Willkommen!

Ich nutze dieses Blog, um über meine Interessen und Aktivitäten zu berichten.

Dabei wird es vor allem um Messer aller Art gehen: Testberichte, Neuvorstellungen und mein liebstes Steckenpferd: Modifikationen an Schweizer Taschenmessern.

Seid gespannt, was Euch erwartet!
Beste Grüße,

Propaghandi

Welcome!

I will use this blog to tell about my interests and activities.

Thereby it will relate to knives of all kind: Reviews, introductions an my favourite: Modifications of  Swiss Army Knives (SAKs).

Be prepared!
Best regards,

Propaghandi

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