Dachbodenfund: Helsper Klauenbeil

Eigentlich wollte ich Euch heute wieder einen Blick in meine SAK-Gallerie werfen lassen, statt dessen präsentiere ich hier nun einen besonderen Fund:
(English description below.)

Als ich letztes Wochenende beim Räumen eines Dachbodens geholfen habe, fand ich diesen Beilkopf.


Ansicht von links


Ansicht von rechts


Draufsicht von hinten


abgebrochene Zinke


Schmiedemarke

Die Maße sind (in etwa):
Länge gesamt: 16,5 cm
Breite Auge: 5 cm
Länge Bart: 7 cm
Länge Schneide: 9,5 cm
Gewicht: nicht gemessen, nur geschätzt ~ 800 g

Von der Form her könnte es sich um ein Klauenbeil handeln, wobei ein Zinken der Klaue abgebrochen ist. Die Schmiedemarke zeigt eine Krone mit den Initialen C.H. (auf den Fotos leider schlecht zu erkennen) sowie der Zahl 1940 darunter. Laut meinen Recherchen handelt es sich bei dem Hersteller um Carl Helsper, Wuppertal-Küllenhahn.

Auf meine Nachfrage bezüglich des Beiles bei der Firma Helko (Nachfolger der Firma Carl Helsper) erhielt ich auch prompt eine Antwort von Herrn Helsper (vielen Dank dafür!)

Er schätzt, dass es sich um das Modell „Amerikanisches Klauenbeil“ handelt, welches eigentlich für den Export gedacht war. Angesicht der Schmiedemarke 1940, welches er für das Herstellungsjahr hält, kann es seiner Meinung aber auch als militärischer Ausrüstungsgegenstand produziert worden sein. Da das Modell eigentlich eine gerade Schneide hatte, ist dieses Exemplar wohl ausgiebigst benutzt und mehrfach nachgeschliffen worden. Als Stahl für den Beilkopf kam wohl C35 oder C45 zum Einsatz.

Obwohl oder gerade weil das gute Stück ziemlich mitgenommen aussieht, werde ich es wohl wieder herrichten, also entrosten, neu schäften und eine neue Schneide anbringen. Allerdings möchte ich es nicht so machen, wie der berüchtigte Numismatiker, der die geerbten Goldmünzen erst einmal kräftig poliert, damit sie wieder schön glänzen.

Auch wenn es ein wenig nach technischer Fummelei klingt, so werde ich mich bei der Rostentfernung wohl der Elektrolyse bedienen, da sie anscheinend die schonenste Methode darstellt und auch die Patina erhält. Was die Schäftung angeht, bin ich mir noch unsicher, was die Holzwahl angeht – zudem hat das Auge des Beils laut Herrn Helsper wohl ein Sondermaß. Anschließend bekommt das Beil eine neue ballige Schneide verpasst und soll mir dann als Campingbeil dienen.

Soviel erstmal zur Theorie – ich bin gespannt, ob und wie sich dieses Projekt realisieren läßt. Lasst Euch überraschen!

English description:

Last weekend, I helped to clear up an attic and I found this hatched.

The speifications are (vaguely):
lenght overall: 16,5 cm
width eye: 5 cm
lenght beard: 7 cm
lenght blade: 9.5 cm
weight: 800 g (rough)

By shape it could be a claw hatchet, where one prong is broken. The forge marks show a crown with the initials C.H. (not really identifiable on the pictures) and the number 1940 below the crown.
According to my researches the hatchet is manufactured by Carl Helsper, Wuppertal-Küllenhahn, Germany.

I asked the Helko Company (successor of Carl Helsper) about the hatchet and reciewed a prompt answer from Mister Helsper himself (thanks a lot!)

He reckons that this hatched is the „american claw hatchet“-modell which was produced for export. Considering the forge mark 1940 (he assumes this to be the year of production) it can also be produced as military equipment. Because of the modell has a straight blade, this hatchet seems to be hardly used and often sharpened. The steel used for the head is either C35 or C45.

Even though this hatchet has been roughly used I tend to restore it – so derusting it,  put a new handle on it and to sharpen it. To preserve the patina I would like to use electrolysis for derusting it. I am also unsure which wood I could use for a new handle, besides Mister Helsper told me that the eye has custom measure. At last, the hatchet will become a new convex edge and will be used as my „new“ camping hatchet.

So much for theory! I am curious how this project will develope. Stay tuned!

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